Klosterneuburg: Afghane gewinnt Exil-Literaturpreis

Im Dezember 2015 kam Sahel R. (19) von Afghanistan nach Klosterneuburg, lernte in Windeseile Deutsch und spricht die Sprache mittlerweile beinahe akzentfrei. Mit seinem Essay gehört er nun zu den Preisträgern des Exil-Literaturpreises.
Ende 2015 kam Sahel R. (19) aus Afghanistan nach Klosterneuburg (Tulln). „Mein Vater war in einer Widerstandsgruppe, hat versucht, den Leuten beizubringen, kritisch zu denken, wurde dann auch von den Taliban entführt", erzählt er in fließendem, beinahe akzentfreiem Deutsch.

In der damals noch als Asylheim betriebenen Magdeburgkaserne lernte er ÖVP-Politiker Leopold Spitzbart und seine Frau Uschi kennen. „Wir haben gleich gemerkt, dass er ein Blitzkneißer ist", lacht der Gemeinderat.

"Abschiebungen sind Todesurteil"

Die große Leidenschaft des HTL-Schülers (er war auch Klassensprecher): Bautechnik und Schreiben. Mit einem seiner Texte gewann er jetzt den Exil-Literaturpreis in der Kategorie „Jugend".

„Die Erfahrung mit Sahel ist eine Bereicherung für uns", sagt Spitzbart. Manche bundespolitischen Entscheidungen – beispielsweise das Abschieben von Lehrlingen – kann er demnach nicht nachvollziehen: „Es ist zu 80% ein Todesurteil, wenn sie zurückgeschickt werden. Und das weiß man auch."

CommentCreated with Sketch.11 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Sahels großer Traum: „Eine Baufirma, um in Afghanistan wieder Schulen zu bauen."



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