David Goodwillie wechselt von Clyde FC zum schottischen Zweitligisten Raith Rovers. Eine Meldung, die es für gewöhnlich nicht über die Bezirksgrenzen hinausschafft. In diesem Fall ist das anders. Denn der Stürmer ist ein verurteilter Vergewaltiger.
Goodwillie wurde 2017 von einem Zivilgericht schuldig gesprochen, sechs Jahre zuvor mit einem Teamkollegen von Dundee United eine Frau missbraucht zu haben. Der dreifache Teamspieler, der stets von "einvernehmlichem Sex" sprach, musste 120.000 Euro Strafe zahlen.
Die Karriere ging weiter. Auch vor dem Tor erwies sich der 32-Jährige eiskalt, weshalb seine Dienste stets gefragt waren. Nun eben bei den Raith Rovers. Doch der Transfer wirbelt viel Staub auf.
Die Krimi-Autorin Val McDermid kündigte an, ihre lebenslange Unterstützung für den Verein zu beenden. Sie sponserte die Heimtrikots, auch die Nordtribüne des Stark's Park, Heimstätte der Rovers, trug ihren Namen.
"Der Gedanke, dass der Vergewaltiger David Goodwillie in einem Trikot mit meinem Namen auf den Platz des Stark’s Parks läuft, macht mich körperlich krank", schrieb McDermid.
Zudem trat die Kapitänin des Frauen-Teams zurück. "Nachdem ich zehn Jahre für die Rovers gespielt habe, ist es entsetzlich, dass ich jetzt aufgegeben habe, weil so jemand verpflichtet wurde. Ich möchte damit nichts zu tun haben“, sagte Tyler Rattray.
Sogar die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon schaltete sich ein. "Unsere Gesellschaft hat noch einen weiten Weg vor sich, um Nulltoleranz gegenüber sexueller Gewalt zu verwirklichen", twitterte sie.
Im Verein selbst kam es zu weiteren Rücktritten. Unter anderen verließen der Stadionsprecher, der Fanbeauftragte und der Direktor für Jugend-Entwicklung die Rovers.
Der Klub stärkt Goodwillie trotz allem den Rücken. "Wir erkennen an, dass die Verpflichtung geteilte Meinungen bei unseren Fans und Stakeholdern ausgelöst hat", heißt es in einer Mitteilung. "Obwohl wir um die Schwere der Ereignisse vor zehn Jahren wissen, unterstützen und fördern wir die Rehabilitation."