Ferran Torres kostete 55 Millionen, Adama Traore kommt per Leihe mit Kaufoption von 30 Millionen, dazu noch Pierre-Emerick Aubameyang. Der ehemalige Arsenal-Stürmer ist zwar ablösefrei, verdient aber ein fürstliches Gehalt.
Das klingt alles gut und schön, doch wie kann sich Barcelona diese Transfers bei einem Schuldenberg von 1,2 Milliarden Euro leisten?
Mit verrückten Finanztricks umgeht Barcelona geschickt die von der Liga aufgebrummte Gehaltsobergrenze. Aktuell dürfte man nur 98 Millionen Euro an Gehältern ausbezahlen.
Neue Spieler können nur dann angemeldet werden, wenn vorher auch Gehälter eingespart werden. Doch mit klugen Abschreibungen schafft sich der Klub neuen Platz in der Bilanz. So hat man etwa mit Edeljoker Samuel Umtiti um drei Jahre verlängert - weil sein Gehalt nach unten gedrückt wurde, konnte erst Ferran Torres angemeldet werden.
Zu kompliziert? Ein Beispiel, das Barcelona wehtut, ist Ousmane Dembele. Mit dem Spitzenverdiener wollte man unbedingt verlängern und sein Gehalt über mehrere Jahre in die Bilanz einfließen lassen. Dazu kämen die 140 Millionen Euro Ablöse, die man 2017 an Dortmund bezahlt hat. Diese hat man bislang auf fünf Jahre "gestreckt", somit scheinen nur 28 Millionen pro Jahr auf. Hätte man mit Dembele jetzt verlängert, hätte man diese Summe weiter ausdehnen und weitere Millionen in der Bilanz freimachen können.
Barcelona setzt zudem auf die Loyalität der älteren Spieler. Gerard Pique (34), Sergio Busquets (33) und Jordi Alba (32) verzichten auf große Teile ihres Gehalts. Oldie Dani Alves (38) kickt nur um das absolute Minimalgehalt von 155.000 Euro im Jahr. Zudem gibt das Karriereende von Sergio Agüero, der mit Herzprobleme aufhören musste, weiteren Spielraum. Sein Jahresgehalt lag bei sechs Millionen.
Auch Rapid spielt eine Rolle in den Finanzplanungen der Katalanen. Da die Leihe von Yusuf Demir abgebrochen wurde, wird keine Kaufpflicht von zehn Millionen fällig. Diese kann ebenso wieder neu investiert werden.
Ein großer Anteil ist allerdings der sportliche Erfolg. Spielt die Blaugrana gut, wird auch der Ticket- und Trikotverkauf wieder angekurbelt. Daher träumt man von weiteren Stars wie etwa Erling Haaland oder Chelsea-Kapitän Cesar Azpilicueta. Ein durchaus riskanter Poker. Sollte Barcelona etwa die Qualifikation für die Champions League verpassen, droht das finanzielle Kartenhaus einzubrechen.
Trotz aller Finanztricks gibt's dann zusätzlich noch die Angewiesenheit auf die US-Bank Goldman Sachs. Ein Zehnjahres-Kredit von über 595 Millionen Euro wurde zum Umschuldung verbucht. Außerdem hilft die Bank mit 1,5 Milliarden Euro beim Ausbau des Camp Nou Stadions mit.