"Knapp an Organversagen vorbei" – Bürgermeister tritt ab

Friedrich Quirgst (63) hat morgen wieder einen Termin im Wiener AKH
Friedrich Quirgst (63) hat morgen wieder einen Termin im Wiener AKHGEORG HOCHMUTH / APA / picturedesk.com, Gemeinde
Aus gesundheitlichen Gründen legt Deutsch-Wagrams Stadtchef Friedrich Quirgst (VP) sein Amt zurück. Nur eine Stammzelltransplantation kann ihn heilen.

Es ist ein bewegender Abschied eines Bürgermeisters, der mit Herzblut für seine Gemeinde gearbeitet hat: Gestern reichte Friedrich Quirgst, VP-Stadtchef in Deutsch-Wagram (Bezirk Gänserndorf), überraschend sein Rücktrittsschreiben ein. Der Amtsverzicht wird mit heute, Mittwoch, dem 13. Oktober, verbindlich.

Seit gut einem Jahr bekomme er Medikamente, "die Krankheit raubt mir sehr viel Kraft", so der 63-jährige Quirgst im "Heute"-Gespräch – er stand "mit vier gewonnenen Wahlen" über 16 Jahre an der politischen Spitze in Deutsch-Wagram. "Ich weiß, dass viele Deutsch-Wagramer und auch andere Parteien meine Arbeit schätzen, das ehrt und freut mich sehr, leider habe ich nicht mehr die nötige Energie, um weiterzumachen".

Sehr seltene Krankheit

Seine seltene Krankheit, Osteomyelofibrose, war bei Quirgst lange unentdeckt geblieben. Der Politiker "schrammte knapp vorbei an Organversagen", schildert er den dramatischen Krankheitsverlauf. Er habe zwei Nierenkoliken gehabt, die im Krankenhaus in Korneuburg behandelt worden waren und von denen er sich nun langsam erhole.

Dennoch: Das Blutbild habe sich in letzter Zeit "deutlich verschlechtert", der Schritt zum Rücktritt sei "unvermeidlich", er  bekomme Blutkonserven, habe eine deutlich vergrößerte Milz "und zeitweise Fieberschübe am Abend".

"Herz und Leidenschaft"

Er sei mit "Herz und Leidenschaft" als Bürgermeister aktiv gewesen, zu seinen Erfolgen in der Stadtgemeinde zählt er etwa den Bau von mehreren Kindergärten, die Neugestaltung des Zentrums, das neue Wasserwerk, Investitionen in Photovoltaikprojekte und einiges mehr. 

"Ich werde mich wohl einer Stammzelltransplantation stellen müssen. Das ist die einzige Möglichkeit für eine Heilung", so Quirgst. Morgen erfahre er mehr – bei einem neuerlichen Spitalstermin im Wiener AKH – wie es weitergeht. Einen entsprechenden Spender soll es bereits geben.

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