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Knauß: "Reichelt pokert, setzt alles auf eine Karte"

Heute Redaktion
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Hannes Reichelt geht nach einer Strafversetzung als 46. Fahrer in die WM-Abfahrt. "Alles Absicht", sagt Hans Knauß. Doch der Plan ist riskant.

Hannes Reichelt wird die WM-Abfahrt in Aare (12.30 Uhr, "Heute" tickert live) erst nach Nummer 45, sprich als 46. Athlet insgesamt, in Angriff nehmen.

Der Grund: Der Salzburger verzichtete auf das Erscheinen bei der Startnummernauslosung und ließ sich auch nicht vertreten. Somit wurde der 38-Jährige mit seiner Startnummer 1 nach hinten gereiht und stürzt sich nun unmittelbar nach dem Spanier Adur Etxezarreta, der die Nummer 45 hat, in den Kampf um WM-Edelmetall.

"Hannes weiß genau, was er tut. Er pokert und setzt alles auf eine Karte", erklärt ORF-Experte Hans Knauß "Heute" beim Frühstück im Medien-Hotel. "Mit Startnummer 1 hätte er nach dem Neuschnee den Schneepflug spielen müssen und wäre somit völlig chancenlos gewesen."

Doch Knauß gibt zu bedenken, dass das taktische Manöver von Reichelt auch ein großes Risiko birgt: "Jetzt ist der Start vorerst für 12.30 Uhr geplant. Wenn die Abfahrt aber wegen dem Schlechtwetter erst um 14 Uhr gestartet wird, kriegt Hannes mit seiner hohen Nummer Probleme mit der Sicht, da es dann schön langsam finster wird hier in Aare."

Knauß hat aber auch noch eine andere Erklärung parat – freilich nicht ganz ernst gemeint. "Vielleicht wollte Hannes einfach mit Nummer 46 ins Rennen gehen, die ja auch meine Lieblingsnummer ist. Schließlich fährt Moto-GP-Superstar Valentino Rossi auch immer mit Nummer 46 und der taugt dem Hannes auch enorm", scherzt der 48-Jährige.

Ob die WM-Abfahrt am Samstag über die Bühne geht, ist allerdings weiterhin unsicher. Die Rennleitung bestätigte vorerst die von 10.30 bis 11.30 Uhr geplante Besichtigung. Die nächste Entscheidung, ob um 12.30 Uhr gestartet wird, soll um 11.30 Uhr fallen.

Bis Mittag soll es in Aare laut Prognose weiterschneien (20 Zentimeter Neuschnee insgesamt), starker Wind sorgt zudem für Verwehungen. Sollte das Rennen heute nicht durchführbar sein, wird die Entscheidung in der Königsdisziplin auf Sonntag verschoben. Und dann würde man abermals versuchen, in der Früh den obersten Abschnitt zu trainieren, damit das Rennen vom Abfahrts-Start, und nicht wie heute vom Super-G-Start, über die Bühne gehen kann.