Können auch Tiere hierzulande Corona übertragen?

Eingesperrte Nerze im Süden von Jutland, Dänemark: Die Behörden reagieren, nachdem über 200 Personen sich mit einem Nerz-Coronavirus ansteckten.
Eingesperrte Nerze im Süden von Jutland, Dänemark: Die Behörden reagieren, nachdem über 200 Personen sich mit einem Nerz-Coronavirus ansteckten.picturedesk.com
Die dänische Regierung will Millionen von Nerzen töten, die Menschen ansteckten. Wie hoch ist die Gefahr in Österreich?

Der weltweit grösste Produzent von Nerzfellen tötet alle seine Tiere: Die rund 15 Millionen Nerze Dänemarks sollen laut den Behörden sterben, nachdem sich über 200 Personen durch sie mit einem mutierten Coronavirus angesteckt haben.

"Hochempfindlich für das Virus"

Die Behörden fürchten, dies könne dazu führen, dass das mutierte Coronavirus die Wirkung eines künftigen Impfstoffes beeinflusse, da es allenfalls widerständiger gegenüber Antikörpern sei. "Es liegt in der Natur der Sache, dass Mutationen stattfinden. Ob sie dann immer für den Menschen gefährlich sind, ist eine andere Frage", sagt Virologe Christian Griot. "Die Mutation, die in Dänemark festgestellt wurde, deutet darauf hin, dass das Virus sich leichter übertragen lässt, aber nicht, dass es per se gefährlicher ist."

Aber kann das Virus auch auf andere Tiere hierzulande übergreifen? Schließlich sind Nerze den in Österreich lebenden Mardern nicht unähnlich. Griot beruhigt: Ein Zuchtbetrieb mit Nerzen bestehe aus rund 10.000 Tieren pro Betrieb – und sei deshalb nicht mit wild lebenden Mardern, Iltissen oder ähnlichen Tieren in Österreich vergleichbar, sagt der Leiter des Instituts für Virologie und Immunologie (IVI).

Mit Österreich nicht vergleichbar

"Die Ansteckung in den Nerzbetrieben ist bisher IMMER durch Covid-positive Personen erfolgt", sagt der Virologe. Dies sei insofern nicht erstaunlich, da die Tiere hochempfänglich für das Virus seien – ganz im Gegensatz zu Nutztieren wie Schafen, Kühen und Hühnern.

Experten mahnen beim dänischen Fall grundsätzlich zur Zurückhaltung: Eine verringerte Reaktion auf Antikörper müsse nicht bedeuten, dass eine Impfung weniger wirksam sei, schreibt Emma Hodcroft, Virologin an der Universität Basel via Twitter. Bislang sei noch nichts wissenschaftlich bestätigt und "unklar, wie beunruhigend das ist". Zudem wird Dänemark auf Twitter von Fachpersonen kritisiert: Seit Monaten sitze das Land auf Infos über die Ansteckungen und habe diese nicht international geteilt, um daran forschen zu können.

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