Häfn-Chat geleaked: Koks im Knast, Insasse auf Intensiv

Chats belegen Drogendeals im Häfn.
Chats belegen Drogendeals im Häfn.picturedesk.com/zVg
Mitten im Gefängnis soll mit Drogen gedealt werden. Laut "Heute" vorliegenden Chats sind Justizbeamte involviert. Ein Häftling kam auf die Intensiv.

Eine Justizanstalt in Oberösterreich hat offenbar nicht nur Wasser und Brot im Angebot. Kokain und MDMA und andere Substanzen sollen unter den Häftlingen konsumiert und untereinander weitergegeben werden. Ein Freigänger (Anm.: Strafgefangener mit der Möglichkeit, sich stundenweise außerhalb der Justizanstalt aufzuhalten – etwa zur Arbeit) soll Drogensäckchen auf Bestellung via Chat in die Justizanstalt hineinschmuggeln.

"Heute" hat den kompletten Häfn-Chat der Dealer und Empfänger. So einfach, wie sich Leute in Freiheit Pizza oder Pasta ordern, sollen sich die Gefängnisinsassen Koks und MDMA in die Zelle liefern lassen.

Unter einem Foto von Drogenpäckchen schreibt der mutmaßliche Dealer, ein sogenannter Freigänger vor wenigen Tagen : "Des hob i do von mir! Geht des?" – Ein anderer Häftling antwortete: "OK machen wir aba nur 2 für testen!"

Wie können die Drogen nach dem Deal dann auch in der Justizanstalt landen? Antwort: Nicht alle Justizwachebeamte – und vor allem nicht jene in der Wäscherei – sollen eine weiße Weste haben. "Aber du muss geben dazu 300€ für Beamte das geht rein bei Wäsche" schreibt der Käufer.

"Heute" konfrontierte die Gefängnisleitung mit den schweren Vorwürfen. Der Leiter erklärte: "Ja, wir haben ein Problem mit Drogen…" Zwar kann er sich nicht vorstellen, dass Beamte in der Wäscherei "für so wenig Geld" ihre Karriere aufs Spiel setzen würden. "Sollte es so sein, gibt es dafür null Verständnis."

"Papier" sei aktuell größtes Problem

Neben einer geringen Anzahl an Drogensackerln, die nach drinnen gelangten, sei die größte Herausforderung im Häfn momentan "in Substanzen getränktes Papier", dass über die Post hineinkommen soll, "getarnt als Brief von der Mietzi-Tant". Der Häftling schneidet das "Spice-Papier" anschließend in Streifen und raucht es.

"Das kann extrem gefährlich sein. Leider mussten wir bereits mehrmals die Rettung holen. Ein Häftling landete sogar auf der Intensivstation", so der Leiter. Häftlinge sollen sich nun nicht mehr sicher fühlen, häufige Schlägereien aufgrund von Drogenschulden stünden an der Tagesordnung.

Absolute Sicherheit kann selbst der Leiter nicht garantieren. "Wenn wir einen Weg zumachen, geht ein anderer auf, es ist ein Katz und Maus-Spiel mit den Drogen. Wir müssen den Spagat zwischen Resozialisierung mit den dafür erforderlichen Freiheiten und einer (drogen)sicheren Verwahrung schaffen". Momentan sei alles besonders schlimm, nach Corona und der strengeren Abschottung scheint es nun einen "Nachholbedarf zu geben."

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