Kokain-Opas (79, 75): "Nicht gedealt, nur geschnupft!"

A Haserl, a Glaserl, a Naserl. Für die Wiener Halbwelt-Oldies Helmut M. und Helmut B. ist das die Formel Jungbrunnen. Aber Dealer sind sie nicht. Darauf kann der Staatsanwalt Gift nehmen.

Stoff für ein Kabarett: Francesco G. (28) wollte einem verdeckten Ermittler Kokain um 12.000 Euro verkaufen. Bei seiner Verhaftung überraschte er die Kripo mit dem Verrat von angeblichen Senior-Partnern:

Die weißhaarigen Halbwelt- Oldies Helmut "Sani" M. (79) und Helmut B. (76) hätten ihn beauftragt, die weiße Droge in ganz Wien zu verchecken. Beide würden auch selbst beim Nobelheurigen Z. in Grinzing dealen. Der 79-Jährige habe in einem Keller eine "Kokain-Wurst" (50 Gramm) gebunkert und überdies 200.000 Euro versteckt.

Mittwoch vor dem Prozess in Wien waren die beschuldigten Opas (Anwalt Werner Tomanek) gut gelaunt. Kein Wunder, denn Minuten später widerrief Francesco G. seine Angaben bei der Polizei: "Ich bin manisch. Da rede ich oft völligen Unsinn." Die Senioren habe er nur belastet, weil sie Freunde seines verhassten Vaters seien.

Die alten Herren nickten verzeihend, bestritten wenig überraschend jeden Deal, wollten dann aber auch was zur Unterhaltung beitragen. Beide gaben zu, regelmäßig Kokain zu rüsseln, und fragten: "Na und?"

Jetzt soll ein Gutachter klären, ob Francesco G. tatsächlich psychisch krank ist. Wenn nicht, droht ihm eine Verleumdungsklage. Eine gute Schlusspointe.

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