Kokain-Prozess gegen Kinder-TV-Moderator in Wien

Das Landesgericht für Strafsachen Wien in der Wickenburggasse
Das Landesgericht für Strafsachen Wien in der WickenburggasseTobias Steinmaurer / picturedesk.com
Er spielte den Drogen-Kurier, importierte kiloweise Suchtgift aus dem Ausland. Vor Gericht gab sich der ehemalige TV-Star reumütig: "Ich war so naiv".

Vom Scheinwerferlicht auf die Anklagebank: Nach schweren Schicksalsschlägen kam ein ehemaliger Moderator einer TV-Sendung für Kinder auf die schiefe Bahn, die beim Besuch eines Würstelstandes in Wien begann. Dort lernte er zufällig einen windigen Geschäftsmann kennen, sagte er am Donnerstag bei seinem Prozess am Landesgericht aus.

Man kam ins Gespräch und bald auch auf denselben Geschmack, denn der neue Freund offerierte Kokain zum Nachtisch – und schließlich dem inzwischen arbeitslosen Moderator einen neuen Job: "Ich war so naiv, ich hab' mir nichts dabei gedacht", so der ehemalige TV-Mann.

"B-Movie"

Für nur 1.000 Euro pro Fahrt brachte er dann kiloweise Kokain aus Slowenien und Holland ins Land. Schließlich klickten die Handschellen: "Als ich in U-Haft war, hab‘ ich erst erfahren, was ich verlangen hätte können, was der Marktpreis war", meinte der Angeklagte freimütig.

Er legte vor der Verhandlung ein umfassendes Geständnis ab: Das ganze wäre wie ein schlechter Film gewesen, "ein B-Movie". Er bekam schließlich milde drei Jahre Haft, eines davon unbedingt – und bedankte sich artig.

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