Niederösterreich

Hackler: "Kollege würgt mich, aber ich werde entlassen"

Enttäuscht und verärgert zeigt sich ein 30-jähriger Arbeiter aus NÖ: Nach einem Streit mit einem Kollegen steht plötzlich er ohne Job da.
Erich Wessely
18.04.2023, 18:45
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"Ich war seit eineinhalb Jahren bei der Firma beschäftigt", so der 30 Jahre alte Niederösterreicher, der als Metallgießer in der Firma gearbeitet hatte, gegenüber "Heute". Der Start im Unternehmen in NÖ sei gelungen, doch bald gab es Probleme mit einem seiner Vorgesetzten.

Im November 2022 hatte er einen Vorfall gemeldet, sein späterer Kontrahent soll "eine Mitarbeiterin am Gesäß" angefasst haben, wie es auch im späteren Polizeiprotokoll heißt. "Offensichtlich war er sauer auf mich, hat mir gedroht, mich mit einem Schraubenzieher abzustechen", erinnert sich der Betroffene. Folgen hatte der angebliche Vorfall keine.

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Situation eskalierte am 12. April

Schließlich eskalierte die Situation am 12. April dieses Jahres zwischen dem 30-Jährigen und seinem streitbaren Kollegen: "Ich wollte aus meiner Schicht nach Hause gehen, als er mich anschrie, warum ich Gitterboxen auf meinem Arbeitsplatz nicht anders hinstellen würde. Ich sagte zu ihm, dass das nicht meine Aufgabe ist. Es fielen Schimpfwörter auf türkisch, plötzlich packte er mich am Hals, würgte und bedrohte mich." Andere Mitarbeiter gingen dazwischen, beendeten den Streit.

"Angst nach diesem Vorfall"

"Ich hatte Angst in die Arbeit zu gehen nach diesem Vorfall", so der Österreicher mit türkischen Wurzeln. Die eingeschaltete Polizei nahm den Vorfall auf, nach der Niederschrift soll es aber nur für den 30-Jährigen harte Konsequenzen gegeben haben.

Von der Personalvermittlungsagentur bekam er in zwei knappen Sätzen seine Entlassung übermittelt: "Wir sehen uns gezwungen, Sie fristlos zu entlassen. Ihr Dienstverhältnis endet daher mit sofortiger Wirkung."

An seiner Firma lässt der Entlassene kein gutes Haar: "In 90 Wochen war ich insgesamt drei Wochen krank, das wird mir offenbar jetzt vorgehalten, wie ich erfahren haben. Meine gesetzlichen Pausen habe ich aber nicht immer bekommen." Warum er und nicht sein Kollege nach dem Vorfall entlassen wurde, könne er sich nicht erklären.

"Heute"-Anfragen beim Unternehmen und der Personalvermittlungsagentur zu dem Fall blieben bis dato unbeantwortet. Der 30-Jährige will nun die Arbeiterkammer und die Gewerkschaft einschalten. Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung.