Die jährliche Durchlauferhitzer- bzw. "Gasthermen-Wartung" ist für viele Wiener und auch viele Niederösterreicher reine Routine: Einmal im Jahr kommt ein Mitarbeiter eines Installateur- bzw. Gas-, Wasser-, Heizungbetriebes und serviciert das Gerät. Kostenpunkt: zwischen 90 und 200 Euro fürs "kleine" Service und bis zu 300 Euro fürs "große" Service. Bei der Wartung überprüft ein guter Installateur den Wärmetauscher, dazu Zünd- und Hauptbrenner, den Wasserdruck und kontrolliert die Gasmenge, dafür gibt es dann ein "Pickerl", welches bis zum nächsten Termin ein Jahr gültig ist. Das "Pickerl" ähnelt optisch auch dem bekannten Kfz-"Pickerl".
Doch einen Servicetermin überhaupt zu bekommen, wird offenbar immer schwieriger. Ein Unternehmer (48) aus NÖ (Umkreis 50 km von Wien) orderte einen Wiener Meisterbetrieb. Der Terminvorschlag der Firma: Freitag zwischen 12 und 14 Uhr. Ein Mitarbeiter verschob gegen 13.30 Uhr schließlich auf 14 bis 16 Uhr, um 16.30 Uhr meldete sich der 48-Jährige selbst bei der Firma und bekam zu hören: "War leicht noch keiner da?" Nach einigem Hin und Her wurde ein Termin für Mittwoch in der Zeit zwischen 8 und 9 Uhr vereinbart. Um 8.45 Uhr ein Anruf: "Wir kommen zwischen 10 und 11 Uhr".
Erst ein Anruf beim Firmenchef brachte schließlich Klärung: Der Chef begründete die Verschiebungen mit der Urlaubszeit und bedauerte. Ein Mitarbeiter war dann aber doch um 10 Uhr zugegen, servicierte sieben bis acht Minuten lang das zwei Jahre alte Gerät, wollte dafür 150 Euro plus 30 Euro fürs Nachfüllen eines Stickstoffgemisches. "Die 30 Euro zahlte ich nicht. Ich habe durch das Zuwarten weit mehr Arbeitszeit und somit praktisch Geld verloren als 30 Euro. Das hat dann die Firma aber akzeptiert", so der 48-jährige Kunde. Die ständigen Verschiebungen begründete der Mitarbeiter vor Ort mit Krankenständen und nicht mit der Urlaubszeit wie sein Chef.
Das Problem sei laut 48-Jährigem überhaupt: Früher kaufte man eine Waschmaschine und diese wurde zum Beispiel um 12.40 Uhr pünktlichst geliefert.
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In der heutigen Konsum- und Wegwerfgesellschaft ließen viele Konzerne und Firmen Sub- oder Subsubunternehmer liefern, die unter enormen Personalmangel und Zeitdruck leiden. Das Ergebnis: Lange Wartezeiten und immer wieder enttäuschte Kunden. "Vor allem im Handwerker-Bereich ist mir dies zuletzt verstärkt aufgefallen, es gibt kaum mehr Servicepersonal. Ich hatte einige Reparaturen zu machen bzw. Geräte auszutauschen und wartete gefühlte Ewigkeiten. Es wird immer mehr konsumiert, aber kaum mehr serviciert. Fast jedes Unternehmen stöhnt unter Personalmangel - schlimm ist es deshalb, weil es sich mittlerweile auch auf das Gesundheitssystem ausgebreitet hat. Nur als Kunde bist Du nur Passagier", meint der 48-Jährige nachdenklich bis resignierend.