EU-Justiz-Kommissarin Viviane Reding platzt der Kragen. Nachdem innerhalb eines Jahres nur 24 (!) europäische Unternehmen ihre Selbstverpflichtung zur Erhöhung der Frauenquote in Chef-Etagen unterschrieben haben, will sie nun zu Zwangsmaßnahmen greifen.
Erst unlängst zeigte eine McKinsey-Studie: EU-Unternehmen, in denen Frauen das Sagen haben, erwirtschaften einen um bis zu 56 Prozent höheren Gewinn als reine Männer-Betriebe. "Das Fehlen von Frauen in den Spitzenpositionen der Geschäftswelt schadet Europas Wettbewerbsfähigkeit", ärgert sich deshalb auch Viviane Reding. Da sie mit ihrer Initiative zur Selbstverpflichtung (40 % Frauen in den Chef-Etagen bis 2020) gescheitert ist, könnte nun ein Gesetz folgen. Bis einschließlich 28. Mai will die Justiz-Kommissarin Meinungen einholen und danach entscheiden.
Dabei weiß die Luxemburgerin die Mehrheit der Europäer hinter sich. Immerhin 75 Prozent der Bevölkerung befürworten laut einer aktuellen Umfrage ein Gesetz, das die Frauenquote in Aufsichtsräten deutlich über die derzeit in der Union üblichen 13,7 Prozent hebt. 49 Prozent können sich sogar Geldstrafen für jene Firmen vorstellen, die das Quotenziel nicht erreichen.