Kommunisten-Chefin verschenkte jeden Monat Tausende Euro

Die Kommunisten sind nun stärkste Partei in Graz, der bisherige ÖVP-Bürgermeister Sigfried Nagl trat deswegen zurück. Wie gelang der Erfolg?

Der Wahlerfolg der KPÖ löste in Österreich ein politisches Beben aus – und zeigt, dass kommunistische Werte keine Umsturzfantasien linker Extremisten, sondern mitten in der Gesellschaft angekommen sind. Leistbares Wohnen, billige Öffis, soziale Gerechtigkeit: Dem hat sich auch die Grazer KPÖ-Chefin und wohl baldige Bürgermeisterin der zweitgrößten Stadt, Elke Kahr, voll und ganz verschrieben.

Nach KPÖ-Erfolg: Grazer Bürgermeister tritt zurück

Seit 2012 fährt man in der steirischen Hauptstadt konsequent Werte um die 20 Prozent ein und stellt die zweitstärkste Kraft. Elke Kahr war dabei schon Vize-Bürgermeisterin, Wohnstadträtin und Verkehrsstadträtin. Eine kommunistische Politikerin, die Tausende – als Vize-Bürgermeisterin sogar rund 10.000 – Euro pro Monat verdient. Wie passt das zusammen?

40 Überweisungen im Monat

Antwort: Tut es nicht. Jeder KPÖ-Mandatar verzichtet auf den Großteil seine Gehalts. 1.400 bis 1.900 Euro würden zum Leben reichen, der Rest wird verschenkt. Elke Kahr hat dazu sogar eigene Sprechstunden eingerichtet, wie sie vor wenige Tagen im "Falter" erzählte. Dort empfängt sie bis zu 150 Menschen pro Wochen, ihre Handynummer wurde sogar auf Wahlplakate gedruckt.

Wie die Kommunisten Graz umkrempeln wollen >>

6.100 Euro verdiente sie zuletzt als Stadträtin, 1.950 behält sie für sich. Der Rest geht an jene rund 40 Menschen pro Woche, die es dringender brauchen. Das kann eine Waschmaschine sein, für die Miete, Kaution, Lebensmittel, oder auch ein Begräbnis. Seit 1998 wurden so rund 2,5 Millionen Euro an gute 20.000 Menschen verteilt. Auch in anderen Bundesländern verzichten KPÖ-Funktionäre, die einen Sitz ergattern, auf den Großteil ihres Gehalts.

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