Konkursantrag! Mattersburg gibt Liga-Lizenz zurück

Mattersburg gibt die Lizenz zurück.
Mattersburg gibt die Lizenz zurück.Gepa
Der Bilanzskandal der Commerzialbank reißt nun auch den SV Mattersburg in den Abgrund. Die Burgenländer geben ihre Liga-Lizenz zurück. 

In einer außerordentlichen Hauptversammlung haben die Burgenländer am Mittwochabend das Aus des Profi-Fußballbetriebs in Mattersburg fixiert. Trotz intensiver Bemühungen sei es nicht möglich gewesen, den Spielbetrieb weiterzuführen. 

"Aufgrund der Geschehnisse rund um die Commerzialbank Mattersburg ist leider auch der SV Mattersburg in Mitleidenschaft gezogen worden. Als vertretungsbefugte Mitglieder des Leitungsorganes des SVM dürfen wir darüber informieren, dass der SV Mattersburg zeitnah einen Insolvenzantrag stellen wird", erklärte der zweite Vizepräsident Hans-Georg Deischler nach der Versammlung. 

"Weiters hat der SV Mattersburg gegenüber der Bundesliga erklärt, dass die für die Saison 2020/21 vom Senat 5 erteilte Lizenz und Zulassung für die Bewerbe der Österreichischen Fußball-Bundesliga mit sofortiger Wirkung freiwillig zurückgelegt wird und dies somit die unmittelbare Beendigung der Mitgliedschaft zur Bundesliga bedeutet", erklärte Deischler weiter. 

Millionen fehlen

Der Bilanzskandal der von Martin Pucher geführten Commerzialbank machte ein Weiterführen des Profi-Betriebs unmöglich. Pucher hatte gegenüber der Staatsanwaltschaft gestanden, Bilanzen gefälscht und Kredite erfunden zu haben. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung. Die Pleite der Bank reißt ein millionenschweres Finanzloch ins Budget des Klubs, dem Pucher seit 1988 als Obmann vorgestanden war. Die Suche nach Investoren blieb erfolglos. 

In der Mitgliederversammlung wurde einstimmig die Neugründung des Vereins mit Nachwuchsmannschaften beschlossen. Die Akademie soll erhalten bleiben. Wie diese Neugründung aussieht, wird in den nächsten Tagen entschieden. 

Trainingsstart für Donnerstag geplant

Der eigentlich für Montag geplante Trainingsauftakt der Burgenländer war auf Donnerstag verschoben worden, wird nun auch ins Wasser fallen. Trainer und Sportdirektor Franz Ponweiser hatte die Burgenländer bereits Richtung ÖFB verlassen, ist künftig in der Trainerausbildung tätig. 

Mattersburg war 2003 in die Bundesliga aufgestiegen, hatte sich in den letzten Jahren im Liga-Mittelfeld etabliert. Von 2013 bis 2015 spielten die Burgenländer in der zweiten Liga. Als größte Erfolge bleiben die Europacup-Teilnahmen der Jahre 2006 und 2007 sowie der zweimalige Einzug ins ÖFB-Cupfinale (2006 und 2007). 

Durch den freiwilligen Rückzug der Burgenländer bleibt nun die eigentlich sportlich abgestiegene WSG Tirol in der Bundesliga. Nach der Mattersburger Hauptversammlung woltle der Senat 5 am Donnerstag noch einmal über die Lizenz der Burgenländer entscheiden. Es stand der Verdacht im Raum, die Burgenländer hätten zu Unrecht die Lizenz erteilt bekommen. Diesem Gremium ist der SV Mattersburg nun zuvorgekommen. 

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