"Konnten Lockdown-Ende in Wien kaum erwarten"

Im Café Sperl in Wien-Mariahilf ist Kellner Simon froh, nach vier Wochen Lockdown wieder Gäste bewirten zu dürfen.
Im Café Sperl in Wien-Mariahilf ist Kellner Simon froh, nach vier Wochen Lockdown wieder Gäste bewirten zu dürfen.Helmut Graf
Gastro und Hotellerie waren lange vier Wochen zu. Am Öffnungstag herrschte bei Wirten und Gästen Freude – aber auch Angst vor einem neuen Lockdown.

Nach langen vier Wochen durften am Montag auch Lokale und Hotels als letzte Branchen wieder öffnen. Für Gäste gilt die 2G-Regel und eine FFP2-Maskenpflicht. Feiern sind im Innern auf 25 Personen beschränkt, Sperrstunde ist um 23 Uhr. "Heute“ hat sich an Tag 1 in den Betrieben umgehört: Große Freude herrscht in der Weinschenke in der Franzensgasse 11 (Margareten): "Wir haben es gar nicht erwarten können“, sagt Gast Thomas und Freund Spiros ergänzt: "Das Leben besteht aus mehr als Arbeit. Man will wieder genießen.“ Im Gegensatz zu Thomas, würde er eine strengere 2G-Plus-Regel (geimpft oder genesen plus PCR-Test) in Restaurants befürworten.

Glücklich ist Lokalinhaber Franz Haslinger: "Wir haben in allen drei Weinschenken Reservierungen für Weihnachtsfeiern. Zwar nur im kleinen Rahmen, aber immerhin: Die Leute wollen wieder raus und ein wenig feiern.“ Er hofft, zumindest vier Wochen offen halten zu dürfen, bevor der nächste Lockdown kommt.

Fehlende Touristen in der Gastronomie

Froh, endlich wieder arbeiten zu dürfen, ist Kellner Simon im Café Sperl auf der Gumpendorfer Straße 11 (Mariahilf): "Bei mir ist die Freude riesengroß und vor allem bei den Stammgästen merke ich, dass sie glücklich sind, wieder kommen zu dürfen. Da uns die Touristen fehlen, hoffe ich aber, dass viele Wiener zu uns kommen.“ Die Sorge, bald wieder schließen zu müssen, hat aber auch Simon.

Ihre erste Melange gönnt sich Studentin Lisa im Kaffeehaus. Die Ruhe im Lockdown hat sie zwar genossen, aber: „Nach dem Shopping ins Kaffeehaus zu gehen und jemanden zu treffen, habe ich vermisst. Genau das habe ich heute gemacht.“ Sie würde auch bei einer 2G-Plus-Pflcht weiterhin ins Lokal gehen. 

Dramatische Einbrüche bei Hotelbuchungen

Schlechter sieht die Lage in Hotels aus. Im Holiday Inn auf der Margaretenstraße 53 bleiben die meisten Betten leer: "Wir haben eine Auslastung von 20 Prozent, was ein sehr schlechter Wert für Dezember ist“, so Manager Johannes Rudrof. Der Branche fehlen laut Rudrof vor allem amerikanische und asiatische Touristen. Die wenigen Gäste, die kommen, reisen aus Deutschland, Frankreich und Italien an.

Dramatische Einbrüche bestätigt auch Dominic Schmid, Fachgruppenobmann der Hotellerie: "Bis Silvester ist die Auslastung auf 16 Prozent gesunken, weil so viele Stornos reinkommen und jedes fünfte Hotel muss sogar dauerhaft zusperren.“ Zum Vergleich: In der für den Tourismus so wichtigen Adventzeit, waren Hotels im Schnitt zu 80 Prozent ausgelastet. Um kein Verlustgeschäft zu machen, sind laut Schmid zwischen 50 bis 60 Prozent Auslastung das Minimum.

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