Kontrolle gegen Test-Tricksen in Schulen zeigt Wirkung

Jeden Montag gibt Schuldirektor Niki Glattauer in "Heute" Noten.
Jeden Montag gibt Schuldirektor Niki Glattauer in "Heute" Noten.heute.at
Schuldirektor Glattauer gibt Noten. Heute: Erlaubt den Sport! Kontrolle gegen Test-Tricksen hat Wirkung. Und: "Herr Lehrer, hören Sie auf zu hetzen!"

Leider sind die "Nasenbohrer-Tests" auch nicht das Gelbe vom Ei, sprich das Grüne vom Naserl. Mittlerweile weiß jeder: Zwischen richtigem Antigen-Testen à la Teststraße und dem Herumstochern rund um die Nasenspitze, wie es in den Schulen abläuft, liegen Corona-Welten. Kein Wunder, dass es kaum positive Fälle gibt (365 bei 1 Million Getesteten). Trotzdem ist jeder Einzelne ein Fluchtweg aus dem unsäglichen Dauer-Lockdown; trotzdem ist es richtig, die Schulen offen zu halten. Kinder brauchen Kinder, und etwas anderes als halbnormal Schule und ganz normal Kindergarten ist ihnen "da oben" bis jetzt nicht eingefallen.

Umso mehr fordere ich jetzt mit den roten Landeshauptleuten Ludwig, Kaiser & Doskozil offene Sportplätze und Sportvereine für unsere Kinder! Bei der Gelegenheit auch von mir: Bitte sperrt die Gastro endlich auf! Lieber gestern als heute. Außer Kindern gibt’s nämlich auch noch Erwachsene. Und langsam wird’s UNERTRÄGLICH.

Note: Nicht genügend

Glattauer gibt Noten
Niki Glattauer war 25 Jahre Lehrer und Schuldirektor in Wien. Er hat bisher 13 Bücher veröffentlicht, alle zum Thema Schule wurden Bestseller. Jeden Montag vergibt er in einer Kolumne für "Heute" Schulnoten.

Alle seine Artikel findest Du hier.

Kontrolle gegen Test-Tricksen hat Wirkung

Die Kritik an Eltern, die ihre Kinder zu einem negativen Test tricksen wollten (schwindeln beim Abstrich), hat Wirkung gezeigt. Nach der Veröffentlichung in "Heute", Elternbriefen und strengerem Kontrollieren beim "Nasenbohren" haben sich die positiven Tests in Wien und Niederösterreich in der zweiten Schulwoche um wundersame 70 Prozent (!) vermehrt – allerdings leider auf ein immer noch unrealistisch niedriges Niveau.

Auch das PCR-Testen der Lehrerinnen flutscht nicht. Regelmäßig werden Tests nicht fristgerecht abgeholt. Bis es zu einer Rückmeldung kommt, wissen unterrichtende (!) Lehrerinnen bis zu einer Woche nicht, ob sie infiziert sind.

Überspitzt formuliert spielen rund 200.000 Pädagoginnen also immer noch Russisches Roulette. Aber habe ich einen Gegenvorschlag zur "Schule halbnormal"? Nein. Gibt’s bis zum Impfen etwas Besseres als Testentestentesten? Auch nicht. Also Kolleginnen, Augen zu, Trommel drehen, beten.

Note: Ungenügend

"Herr Lehrer, hören Sie auf zu hetzen!"

E-Post versüßt einem nicht automatisch den Tag. Manchmal fragst du dich sogar: Meint die oder der wirklich dich? Aus dem Mail einer Leserin (Beruf Krankenpflegerin):

"Sie schreiben jeden Tag haarsträubende Beiträge und unterdrücken nicht mehr Ihren Hass auf die Schüler und ihre Eltern. In Ihrem Hirn hat sich die Virusparanoia festgebohrt. Kein Mitgefühl! Kein Quäntchen Verständnis für die Kinder und ihre bildungstechnischen Verluste! Herr Lehrer, hören Sie auf, gegen Kinder und Eltern zu hetzen! Was ist Ihr Problem? Sollten Sie nicht professionelle Hilfe suchen? Geben Sie die Vorstellung auf, dass unsere Kinder jeden Tag getestet und maskiert sein müssen, um kein Lehrerleben zu gefährden. Es wird nichts passieren. Und sollte zufällig irgendein Lehrer infolge von Krankheitskomplikationen sterben – so ist der Lauf des Lebens."

Hm. Ist er das?

Note: Nicht beurteilt
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