Aufregung im Feld

Kontrollen in der Nacht – Doping-Alarm bei der Tour

Große Aufregung bei der Tour de France. Es gibt nächtliche Dopingkontrollen und konkrete Verdachtsmomente. Wie sauber ist der Radsport also?
Sport Heute
21.07.2026, 18:25
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Bei der 113. Tour de France radeln Tadej Pogacar und Co. unaufhaltsam Paris entgegen. Noch eine Woche, noch drei schwere Bergetappen mit zweimal dem Ziel in Alpe d´Huez stehen auf dem Programm, nachdem am Dienstag das Einzelzeitfahren stattgefunden hatte. Der slowenische Star Pogacar liegt überlegen in Führung, hat mit dem Dänen Jonas Vingegaard nun auch seinen härtesten Konkurrenten verloren, er stürzte am Sonntag schwer und schied mit einem Schlüsselbeinbruch aus.

Doch für Aufregung sorgen hingegen die Dopingjäger, die im Rahmen der Frankreich-Rundfahrt nun mitten in der Nacht bei den besten Radfahrern der Welt vorbeischauten. Und viele haben das Gefühl: Dafür gibt es Gründe. Laut "L´Equipe" sollen sich die Dopingjäger extra bei einem Pariser Gericht eine Genehmigung geholt haben. Denn derart späte Überprüfungen sind nur bei "schwerwiegenden und übereinstimmenden Verdachtsmomenten" zulässig, müssen eben von einem Richter genehmigt werden.

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Kontrollen spät in der Nacht

Die normalen Zeiten für Dopingkontrollen sind zwischen 6 und 23 Uhr. Zuletzt schauten Dopingjäger bei Pogacar und seinem härtesten Konkurrenten Jonas Vingegaard in der Nacht zum Sonntag zwischen 2 und 5 Uhr vorbei, der Däne stürzte auf der am Sonntag folgenden Etappe dann. Zuletzt waren die Dopingkontrolleure für Blutabnahmen am Abend des Ruhetages (ab 22 Uhr) auch beim Team Red-Bull-Bora mit Florian Lipowitz und Remco Evenepoel, bei Decathlon CMA CMG mit dem französischen Star Paul Seixas und bei weiteren Teams aufgetaucht.

Die für die Kontrollen zuständige Internationale Dopingagentur (ITA) hat derweil die nächtlichen Überprüfungen gerechtfertigt. Es gehe um "die Wirksamkeit des Anti-Doping-Programms", um die "Integrität der Radrennen zu gewährleisten".

Dopingmittel nur drei Stunden nachweisbar?

Worum es tatsächlich gehen könnte, enthüllte der belgische Radprofi Oliver Naesen, der aktuell bei der Frankreich-Rundfahrt nicht im Einsatz ist. In einem Podcast der Zeitung "Het laatste Nieuws" sagte er: "Es gibt Dopingmittel, die nur etwa drei Stunden im Blutkreislauf verbleiben. Ich habe gehört, dass sie nach Wachstumshormonen suchen. Das hörte ich zum ersten Mal – also die Jagd nach Wachstumshormonen".

Im Zeitfahren am Dienstag, das die 16. Etappe der Tour de France bildet, holte Evenepoel mit der Bestzeit von 32:19 Minuten auf 26,1 Kilometern immerhin 28 Sekunden auf Leader Pogacar auf, der Rückstand des Belgiers als Gesamt-Zweiter beträgt nun 4:32 Minuten. Felix Großschartner landete als bester Österreicher auf dem guten 13. Platz, 2:07 Minuten hinter Evenepoels Bestzeit.

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