Österreich

Konzern will von Kundin für Telefonat 1108 Euro!

Heute Redaktion
14.09.2021, 16:59

Schnell zum günstigen Kredit kommen: Das wollte Martina Z. aus Ternitz (Bez. Neunkirchen), als sie im Internet auf das Angebot einer Schweizer Firma stieß. Doch nach einem Anruf blieb sie bloß auf einer Telefonrechnung von 1108 Euro sitzen, berichtet Konsumentenberater Ernst Hafrank.

Die verhinderte Kundin hatte die Mehrwertnummer zu 3,64 Euro pro Minute gewählt. Die Aufnahme der persönlichen Daten habe sage und schreibe fünf Stunden gedauert, zwischendurch sei sie immer wieder in die Warteschleife geraten. Schließlich sei ihr gesagt worden, sie erhalte alle Unterlagen per Post.

Einen Tag später kam jedoch ein SMS: Es fehle noch etwas, ein weiterer Anruf sei nötig. Ich habe nicht mehr angerufen, weil meine Telefonkosten inzwischen auf 1108 Euro gestiegen waren, ärgert sie sich.

Bei diesen Anrufen geht es nicht um echte Kreditvermittlung, sondern darum, dass der sprichwörtliche Fisch so lange wie möglich am Haken bleibt, sagt Konsumentenberater Ernst Hafrank von der Arbeiterkammer. Meist hätten solche Firmen ihren Sitz in der Schweiz, wo sie sich außerhalb des EU-Rechtsbereichs befinden.

Bei Verschuldung bleibt nur eines: Zur Hausbank gehen und Gespräche führen oder sich an eine öffentliche Schuldnerberatungsstelle des Landes wenden.

Emanuel Lampert

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen