Österreich

Kopfgeld-Drohung bei Mafia-Prozess

Heute Redaktion
14.09.2021, 13:04

Schaurige Stimmung Montag am Landesgericht: Weil Belastungszeugen im Prozess gegen eine Schutzgeld-Bande mit dem Tod bedroht wurden, standen Wega-Beamte mit Maschinengewehren im Saal.

 

Montag gab es vor dem Verhandlungssaal 303 eine zusätzliche Sicherheitsschleuse. Ausweise wurden vom Verfassungsschutz fotografiert. Im Saal hatten sich Wega-Cops mit Maschinengewehren aufgestellt. Die sieben Angeklagten wurden von einem Dutzend bewaffneten Justizbeamten in schusssicheren Westen vorgeführt – stärker präsentierte sich die Staatsgewalt in einem Prozess noch nie. Laut Anklage hat die Bande um Boss Edo D. (38) Wirten in Wien durch Terror rund 500.000 Euro Schutzgeld abgepresst.

Alle Beschuldigten bestreiten das, sie seien nur ein "Boxsportklub". Schlecht für die Unschuldsvermutung: Auf zwei Belastungszeugen wurde angeblich Kopfgeld von 150.000 und 200.000 Euro ausgesetzt. Man werde sie "bei Gericht ausschalten", jemand werde "eine Waffe ziehen". Die Justiz nimmt die Bedrohung ernst. Anwalt Herbert Eichenseder durfte seinem Mandanten Edo D. nicht einmal einen Kugelschreiber geben. Am Dienstag sagen die ersten Zeugen aus.

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