Die Bluttat von Gerasdorf (NÖ) wird immer mysteriöser. Denn unmittelbar nach der Hinrichtung von Martin B. alias Mamikhan U. (43) wurden am Tatort zwei Faustfeuerwaffen sichergestellt, nicht jedoch die Tatwaffe. Diese ist noch immer verschwunden.
Die Polizei wollte sich auch am Donnerstag im Rahmen einer Pressekonferenz betreffend Motiv noch nicht festlegen, hält einen Streit sowie einen Auftragsmord für möglich.
Die Familie des Opfers, Ehefrau und drei Kinder, dürften in größter Gefahr sein. Denn: In seinen Videos hatte Regimekritiker Martin B. Tschetscheniens Diktator Ramsan Kadyrow und dessen Familie übel beleidigt. Aus Angst vor Vergeltung wurde die Opferfamilie unter Polizeischutz gestellt.
Die Verdächtigen, Schütze Sar A. (47) und Komplize Salman M. (37), sind anerkannte Konventionsflüchtlinge, jedoch war ein Aberkennungsverfahren im Laufen. Beide sitzen in U-Haft und schweigen eisern.
Mittlerweile meldete sich auch Präsident Ramsan Kadyrow zum Mord an Martin B. zu Wort. Er sieht darin eine Verschwörung des Westens. Und er habe bereits oft von den Manipulationsmethoden des Westens erzählt.