Korneuburger fürchten Chaos durch Wiener Parkpickerl

Martin Peterl und die Stockerauer P&R-Anlage im Hintergund.
Martin Peterl und die Stockerauer P&R-Anlage im Hintergund."Heute"-Montage: SPÖ, GT1976 (CC BY-SA 4.0) via Wikimedia Commons
In Wien kommt das Parkpickerl für die ganze Stadt. In Korneuburg befürchtet die SPÖ deshalb ein Parkchaos durch die vielen Pendler. 

Wie vergangene Woche berichtet, will Wien die Kurzparkzone auf die gesamte Stadt, also auch Transdanubien ausdehnen. Damit sind viele niederösterreichische Pendler gezwungen in Sachen Mobilität neue Lösungen zu finden. Problematisch könnte das vor allem für die Bezirke rund um Wien werden. Im Bezirk Korneuburg befürchtet die SPÖ gar ein Chaos. 

„Der Bezirk verfügt nur über zwei große Park & Ride-Anlagen in Stockerau (1.063 Stellplätze) und Korneuburg (705 Stellplätze), die beide schon jetzt ausgelastet sind. Während in Wien ohne Probleme auf die Öffis umgestiegen werden kann, die seit Jahrzehnten ausgebaut werden, hinkt Niederösterreich weiter hinterher“, meint SPÖ-Bezirksvorsitzender Martin Peterl.

"Problem nur verlagert"

Der Ausbau der Park & Ride-Anlagen habe das grundlegende Problem nur verlagert aber nicht zur Lösung der zugrundeliegenden Problematik beigetragen. Die Parkplätze würden aus allen Nähten platzen, die Gebiete rund um die Bahnhöfe seien schon lange vollkommen zugeparkt. Diese Situation werde sich nun weiter verschärfen.

"Statt die Parkplätze immer weiter auszubauen, müssten die Menschen schon am Wohnort einen attraktiven öffentlichen Verkehr vorfinden, der das Einsteigen in das eigene Auto überflüssig macht", sagt Peterl. Dazu brauche es drei wesentliche Verbesserungen: Taktverdichtung, bessere Haltestelleninfrastruktur und einen Netzausbau.

„Wien hat Fakten geschaffen, die sich auf das Leben vieler Menschen im Bezirk und darüber hinaus auswirken werden. Damit es nicht zu einem Parkplatz-Chaos kommt, sind Investitionen zwingend notwendig. Österreich hat sich die massive Reduktion der Emissionen zum Ziel gesetzt. Um die Klimaziele zu erreichen, werden mehr Park & Ride-Anlagen allein, wie von Landesrat Schleritzko geplant, nicht reichen“, meint Peterl.

Förderung für Bus

Eine Maßnahme im Zusammenhang mit den Parkpickerl-Plänen wurde am Dienstag bereits beschlossen. Allerdings für den Bezirk Bruck an der Leitha. Dort wurde eine Gesamtförderungen für Anbindung an S-Bahn und U3 in der Höhe von 212.000 Euro beschlossen. 

„Gerade vor dem Hintergrund der Parkpickerl-Pläne Wiens ist der grenzüberschreitende Öffi-Verkehr zwischen Niederösterreich und Wien von besonderer Bedeutung. Das geförderte Konzept rund um den Regionalbus 218 bringt BewohnerInnen aus Schwechat und Zwölfaxing direkt zum Bahnhof Simmering, wo sie sowohl in die U3 als auch auf die S-Bahn umsteigen können“, erklärt Mobilitätslandesrat Ludwig Schleritzko. 

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