Fussball

2:1! Salzburg dreht Auftakt-Kracher gegen Rapid

Rapid muss sich Bundesliga-Leader Salzburg trotz schneller Führung im Frühjahrs-Auftakt 1:2 geschlagen geben. Die Bullen drehen das Match spät.
Sebastian Klein
11.02.2022, 18:34
olympia live
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Der SK Rapid verliert gegen Meister Red Bull Salzburg am Freitagabend in der 19. Runde der Bundesliga mit 1:2. Die Wiener gehen im Auftaktmatch des Frühjahrs vor 2000 Zuschauern in Führung. Salzburg tut sich gegen die defensiv kompakten Gastgeber lange schwer, dreht das Spiel in der zweiten Hälfte durch zwei Angriffe über die Flügel.

Die Bullen bauen den Vorsprung auf Verfolger Sturm an der Ligaspitze auf 17 Punkte (!) aus. Rapid bleibt vorerst Fünfter.

Bullen mit Stotterstart

Bei für die Jahreszeit milden Temperaturen bleibt ein Großteil des Allianz Stadions im Topmatch leer. Grund: Die Corona-Lockerungen der Bundesregierung, die wieder volle Stadien erlauben, greifen erst ab Samstag. Rapids Antrag auf eine Verschiebung lehnte Salzburg ab, weil am kommenden Mittwoch das wichtige Achtelfinal-Hinspiel der Champions League gegen den FC Bayern ansteht.

Die 2000 erlaubten Fans sehen keinen Fußball-Leckerbissen. Rapid-Trainer Ferdinand Feldhofer setzt auf eine defensive Aufstellung, in der er auf die angeschlagenen Taxiarchis Fountas, Maximilian Hofmann und Robert Ljubicic verzichten muss. Top-Torjäger Ercan Kara verließ den Klub im Jänner in Richtung USA.

Salzburg tut sich gegen die kompakt auftretenden Hütteldorfer lange schwer, gerät im ersten Durchgang sogar in Rückstand. Filip Stojkovic bringt Rapid nach einem indirekten Freistoß von Jonas Auer per Kopf in Führung (18.).

Der souveräne Tabellenführer verzeichnet zum ersten Mal seit November in der ersten Halbzeit keinen einzigen Torschuss.

Von Rapid kommt nach vorne allerdings ebenfalls zu wenig. So reichen den deutlich verbesserten Salzburgern nach dem Seitenwechsel zwei Angriffe über die Flügel, um das Match auf den Kopf zu stellen. Brenden Aaronson verwertet in der 64. Minute nach Hereingabe von Noah Okafor.

Der Schweizer schlägt dann nach Assist von Junior Adamu in der 77. Minute selbst zu – der spätere Siegestreffer.

Salzburg tankt vor dem Königsliga-Hit gegen Bayern Selbstvertrauen. Rapid trifft kommenden Donnerstag in der K.o.-Phase der Conference League auf den niederländischen Klub Vitesse.

Die Stimmen

Rapid-Trainer Ferdinand Feldhofer: "Es ist sehr schade, dass wir heute nichts mitnehmen können. Das tut weh. Von Leidenschaft, Willen, Bereitschaft – da kann man stolz sein. Wenn das so weitergeht, werden wir noch viel Freude haben mit der Truppe."

Feldhofer: "Wir haben defensiv wirklich viel richtig gemacht, nicht viel zugelassen. Was wir verabsäumt haben: Nach dem 1:0 unsere Konter noch genauer zu spielen. Der Druck wurde dann immer größer. Bis zur 60. Minute hatten wir das Spiel im Griff. Dann haben wir in dieser ersten schwächeren Phase genau das Tor bekommen."

... über das Rennen um die Top 6: "Wenn wir so weiterspielen, bin ich guter Dinge."

Salzburg-Trainer Matthias Jaissle: "Wir haben in der ersten Hälfte ein bisschen vergessen, das umzusetzen, was uns ausmacht. Kopflos und zu wild agiert. In der zweiten Halbzeit haben wir dann wieder die Dominanz ausgestrahlt."

Jaissle über das Bayern-Match: "Ich glaube schon, dass die Bayern den Ansatz haben, ein bisschen mehr mit dem Ball anfangen zu wollen, als Rapid heute. Im Ligaalltag kommen viele lange Bälle auf uns zu. Ich gehe nicht davon aus, dass Julian Nagelsmann seine Truppe so aufs Feld schickt. Bayern ist eine absolute Topmannschaft, da ist es schwer, irgendwelche Schwächen herauszuarbeiten."

Rapid-Youngster Moritz Oswald über sein Startelf-Debüt als Zehner: "Es ist ein unglaubliches Gefühl, für diesen Verein auflaufen zu dürfen. Es war kein schlechtes Spiel, aber wir hätten den Sieg gerne gehabt."

Karim Adeyemi: "Das war ein klares Kampfspiel. Es gab nicht viele Chancen für beide. Wir waren dann am Schluss dominanter und haben gewonnen. Erste Halbzeit war nicht so gut. Dann haben wir gezeigt, dass wir ein Spiel drehen können."

Adeyemi über den Champions-League-Hit: "Bayern ist eine Topmannschaft, aber alles ist offen. Natürlich wollen wir das gewinnen. In unseren Augen sind sie nicht Favorit. Wir spielen, um zu gewinnen."

Mehr folgt.

Die Aufstellungen

Rapid: Gartler - Schick, Stojkovic (85. Demir), Moormann, Auer - Petrovic (76. Druijf), Aiwu, Oswald (67. Ljubicic), Grahovac - Kitagawa (67. Arase), Grüll

Salzburg: Köhn - Kristensen, Solet, Wöber, Ulmer - Capaldo (57. N. Seiwald), Camara, Aaronson, Bernede (74. Tijani) - Okafor, Adeyemi (75. Adamu)

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