Niederösterreich

Rätsel um Krähen-Radau im nächtlichen Sankt Pölten

Nächtliche Dohlen- und Krähenschwärme sorgen für Gekrächze in St. Pölten. Zwei Experten erklären jetzt, was denn da los ist.
29.11.2021, 14:26

Aufgekratzt und laut schreiend fliegen Krähen in großen Schwärmen nächtens entlang der Traisen in St. Pölten. An manchen Tagen sogar vom Einbruch der Dunkelheit bis weit nach Mitternacht. Dabei dürften ihnen manche Straßenschluchten rund um das Regierungsviertel besonders gefallen.

Sie ziehen bevorzugt von der Hypo-Zentrale durch die gut ausgeleuchtete Rennbahnstraße Richtung Festspielhaus und Schulring und nach einiger Zeit wieder zurück. Es wirkt, als würde ihnen das Vergnügen bereiten. Oder können sie angesichts der nächtlichen Lichtverschmutzung einfach nicht schlafen? "Das Fliegen entlang von Leitlinien wie Flüssen und Straßenzügen ist nicht untypisch", erklärt Hans-Martin Berg vom Naturhistorischen Museum, allerdings die nächtlichen Umtriebe in diesem Ausmaß seien dem Ornitologen bisher unbekannt gewesen. "Wenn sie sich an ihrem Schlafplatz gesammelt haben, sollten sie eigentlich nicht mehr herumfliegen".

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Neues Phänomen?

Vorzugsweise nutzen Krähenvögel Nadel- und Laubbäume an Waldrändern oder in Parks, meint Eva Karner-Ranner, Vogelkundlerin von Birdlife und ergänzt: "Die Aktivitäten von Vögeln werden von Helligkeit gesteuert". In Städten könnten sich diese durchaus in die Nachtstunden verlegen. Allerdings kommt es auch vor, dass sie auffliegen, sobald sie sich gestört fühlen.

In St. Pölten ortet Berg anhand in einem Video zu hörenden Schreie der Rabenvögel eine Gemeinschaft "überwiegend aus Dohlen bestehend, untermischt von Saatkrähen". Es könnten sich auch Aaskrähen in der Vogelschar befinden. Die nächtlichen St. Pöltner Flugbewegungen in diesem Ausmaß könnte ein relativ neues Phänomen sein. Der Schneefall der letzten Tage hat die nächtliche Rastlosigkeit der Krähenvögel allerdings erstaunlich reduziert.

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