Die finanziell schwer angeschlagenen "Veilchen" sind bereit, 49,9 Prozent der Anteile an der Austria-AG zu veräußern. Gesucht wird ein Investor - oder "strategischer Partner", wie es Vorstand Markus Kraetschmer ausdrückte.
Zuletzt hatten sich die Gerüchte verdichtet, dass der finanzstarke Investor bereits gefunden sei. Es soll sich um ein Konsortium aus Saudi-Arabien handeln. Über bereits unterschriftsreife Verträge war spekuliert worden. Kolportiert wurde eine Zahlung von zehn Millionen Euro.
"Stimmt nicht", erklärte Kraetschmer nun bei Laola1. "Es wird wahrscheinlich noch einige Zeit dauern, bis wir hoffentlich den richtigen Partner für die Austria gefunden haben. Das Ziel sollte sein, im Laufe der kommenden Saison diese Entscheidung getroffen zu haben." Namen darf der AG-Vorstand nicht kommentieren. Das Interesse sei allerdings groß gewesen. "Dass die Austria offensichtlich interessant ist, zeigt die Vielzahl der Interessenten, die über ,schauma mal´ hinaus gehen und bereit sind, konkrete Prozess-Papiere zu fertigen."
Neben dem saudischen Konsortium soll auch Brentford-Besitzer Matthew Benham ein Angebot abgegeben haben. "Es gilt, den besten Partner zu finden, und nicht nur das Monetäre ins Auge zu rücken, um dann einen Pyrrhussieg zu feiern, der vielleicht kurzfristig toll aussieht, aber dich dann langfristig behindert. Ein Strategischer Partner ist mehr als ein Sponsorenvertrag."
Denn mit der Suche nach Geldgebern sind weitere Fragen verbunden. Was passiert, wenn der Investor seine Anteile verkaufen möchte? "Es ist ganz entscheidend, sich mit Exit-Szenarien auseinanderzusetzen, um dann keine böse Überraschung zu erleben. Wir könnten nationalen und internationalen Limitierungen ausgesetzt sein. Wir könnten ein Problem mit dem Financial Fair Play bekommen oder nicht Europacup spielen dürfen", führte Kraetschmer weiter aus.
Die Veilchen suchen jedenfalls einen Partner, der Erfahrung mit sich bringt. Problematisch könnten dabei allerdings bereits bestehende Engagements bei anderen Klubs sein. Sollten die Verflechtungen über Investoren zu anderen Klubs zu engmaschig werden, stehen Sanktionen der UEFA im Raum.
Vorschnell handeln will die Austria jedenfalls nicht. "Wir bekommen viele Anfragen, teils über Mittelsmänner, die unseriös sind. Die Austria ist ein Traditionsklub, wir sind uns der Verantwortung gegenüber dem Verein, den Fans, den Partnern und der Stadt bewusst."