Kraftklub: Neues Album erscheint

Bild: OLIVIER MAIRE (KEYSTONE)

Kraftklub-News: Die Band Kraftklub veröffentlicht am 12. September ihr neues Album namens "In Schwarz". Außerdem stehen drei Österreich Konzerte an. Alle Infos zur Platte und den Konzerten, sowie Tickets gibt es im Weiteren!

Kraftklub-News: Die Band Kraftklub veröffentlicht am 12. September ihr neues Album namens "In Schwarz". Außerdem stehen drei Österreich Konzerte an. Alle Infos zur Platte und den Konzerten, sowie Tickets gibt es im Weiteren!

Erwartungen sind furchtbar. Aber Kraftklub sind selbst schuld. Mit ihrem Debütalbum räumte die Band aus Chemnitz 2012 alles ab, was in der Musikindustrie als Zeichen von Erfolg gilt - Platz 1 in den deutschen Charts, tolle Kritiken, ausverkaufte Konzerte. Am Freitag, den 12. September, erscheint nun ihr neues Album "In Schwarz".

 

Alles unterhalb der Rettung des deutschen Indie-Rocks wäre bei dieser Vorgeschichte wohl zu wenig. Nur: Kraftklub scheinen das nicht mitbekommen zu haben. "Erst jetzt, wenn man Interviews führt und diese Frage immer kommt, wird einem das plötzlich bewusst", sagt Sänger Felix Brummer über die Erwartungshaltung von außen. Also gut, dass die CD schon gepresst ist. "Jetzt ist es eh zu spät."

 

Die Band beteuert, dass hinter "In Schwarz" kein Masterplan, keine gezielte Abkehr oder Weiterführung der Musik vom Debüt "Mit K" steckt. "Vor lauter Dumdideldei und Langeweile sind wir wieder in den Probenraum gegangen und haben wieder angefangen, Musik zu machen", sagt Brummer über die neuen Lieder, die in den Jahren 2012 bis 2014 entstanden sind. Wer sich das Album anhört, ist geneigt, ihm zu glauben. Fans, die "Mit K" mochten, werden sich auf "In Schwarz" vom ersten Ton an wie zu Hause fühlen.

 

Kraftklub wären allerdings nicht Kraftklub, wenn sie sich einen Kommentar zum Rummel der vergangenen Jahre verkneifen könnten - eine gute Dosis Selbstbespiegelung gehört zum Handwerk. Beispiel: der Song "Unsere Fans", der die immerwährende Frage aufgreift, ob kommerzieller Erfolg eine vormals anhimmelungswürdige Band kaputt macht. Kraftklub drehen diese große Gewissensfrage der Musikidealisten um - und blicken auf die eigene Anhängerschaft seit dem Durchbruch. "Unsere Fans haben sich verändert, unsere Fans haben sich verkauft. Unsere Fans sind jetzt Mainstream!" poltert es im Refrain. "Alles was sie mitgeschrien haben, war gelogen. Die sind doch mittlerweile alle nach Berlin gezogen!"

Ihr Lied "Ich will nicht nach Berlin" hatte einst zum Ruhm beigetragen und war vor allem in den Radios der deutschen Hauptstadt rauf und runter gelaufen. Alt war die Band da noch nicht - 2010 hatten sich die Musiker um Sänger Felix und Bruder Till, der Bass spielt, zusammen getan. Danach ging es nur bergauf. Die Mischung aus Indie-Rock, Deutsch-Rap und klugen Texten mit Humor machte sie erst zum Geheimtipp aus dem vermeintlich verschlafenen Chemnitz, dann zu Charthelden. Und Zeilen wie "Es tut mir leid, doch MTV ist nicht meine Religion, beziehungsweise wenn, dann ist Gott ein Klingelton" trafen sich bestens mit der Lebenswelt vieler Menschen Ü30.

 

Vor zitierbaren Bonmots strotzt nun auch wieder "In Schwarz". Die Texte pendeln zwischen Persönlichem, Politischem, Generationsbefindlichkeiten und einer gekonnten Angekotztheit bei der Sicht auf Alltäglichkeiten. Sein geklautes Fahrrad besingt Brummer wie eine Ex-Freundin mit neuem Liebhaber: "So ein Rad, was sich einmal klauen lässt, tut es vielleicht noch mal!" Musikalisch vorgetragen wird das vielleicht noch etwas härter und reifer als beim Debüt.

 

Sie hätten noch die alten Kumpels, ihre Heimat nach wie vor in Chemnitz und sogar "ihren Frieden mit Berlin gemacht", sagen Felix und Till Brummer. Das sorgt für eine gewisse Gelassenheit, die für Mittzwanziger nicht selbstverständlich ist. "Wir haben uns ja immer auch in erster Linie als Live-Band verstanden", sagt Felix. Das stellen sie derzeit mit ihrer geheimnisvollen "Konvoi In Schwarz"-Tour unter Beweis, im Rahmen derer sie in sieben deutschen und österreichischen Städten, deren Lage nur via GPS auf der Band-Webseite ausfindig gemacht werden kann, kostenlose Konzerte spielen. Wem das zu mysteriös ist, dem bleiben die offiziellen Live-Termine am 20. Oktober im Wiener Flex, am 17. Februar 2015 im Grazer Orpheum und am Tag darauf im Gasometer Wien.

 

Auf der Bühne kann Kraftklub die Erfolge keiner mehr nehmen. Vor der großen Karriere hätten sie in den Clubs noch die Mädchen beobachtet, die zu Indie-Rock-Bands wie "Bloc Party" getanzt hätten. "Wir wollten halt auch so zackige Musik machen, zu der die Mädchen tanzen. Das fanden wir immer erstrebenswert", sagt Felix. Zumindest diese Erwartung ist bereits erfüllt.

Konzerttermine im Überblick

Montag, 20. Oktober 2014 - Flex - Wien

Dienstag, 17. Februar 2015 - Orpheum - Graz

Mittwoch, 18. Februar 2015 - Planet.tt Bank Austria Halle Gasometer - Wien

Tickets für alle Termine sind hier erhältlich!

APA/red.

 

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