Österreich

Kranken allein heimgeschickt - Ex rettet ihm das Leben

Hildegard P. ließ nicht locker: Als sie ihren Ex-Lebensgefährten nicht erreichen konnte, ließ sie seine Wohnung aufbrechen – deshalb überlebte er.
Sandra Kartik
03.01.2022, 16:17

Es wäre um ein Haar sein letztes Weihnachtsfest geworden: Friedrich K. (Name geändert) leidet an Parkinson, er sitzt im Rollstuhl und ist auf 24-Stunden-Pflege angewiesen. Seinen Pfleger schickte der 76-jährige Niederösterreicher jedoch zwei Tage vor dem Heiligen Abend nach Hause, weil er offenbar glaubte, alleine zurecht zukommen.

Einen Tag später landete der Pensionist jedoch im Krankenhaus, er war aus dem Bett gefallen. Friedrich K. rief seine Ex-Freundin Hildegard P. an, die für den Alleinlebenden eine wichtige Stütze geblieben ist. "Er wurde nur wenige Stunden später aus dem Spital entlassen. Man sagte ihm, dass ihm nichts fehlt. Doch Zuhause wartete niemand auf ihn und Friedrich kann nicht alleine zurechtkommen", schildert die 80-Jährige in "Heute" geschockt. 

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Hildegard P. bemühte sich, für die Weihnachtsfeiertage eine private Ersatz-Pflegerin zu finden. "Ich habe die ganze Nacht damit verbracht, alle möglichen Stellen zu suchen, wo man eventuell Hilfe bekommt um morgens dann angerufen." Sie scheiterte erst, denn "es gibt keine Notfrufstelle für behinderte, pflegebedürftige Menschen in Niederösterreich", empört sich die 80-Jährige.

Polizei brach Tür auf: "Er wäre sonst gestorben"

Sie setzte alle Hebel in Bewegung, fand eine Pflegerin, die jedoch am heiligen Abend vor verschlossener Tür stand. "Ich wusste, dass etwas nicht stimmt. Ich habe die Feuerwehr angerufen und die Türe aufbrechen lassen. Friedrich war total dehydriert, er konnte nicht aus dem Bett aufstehen, er wäre gestorben."

Die Lebensretterin fordert deshalb, "eine Notrufnummer einzurichten, wo man an Wochenenden, Feiertagen und Abenden Hilfe für Menschen bekommt, die in Friedrichs Situation sind."