Statistiken erzählen nur die halbe Wahrheit: Rechnerisch waren Oberösterreichs ArbeitnehmerInnen im Jahr 2009 weniger oft im Krankenstand - gesünder sind sie deshalb trotzdem nicht. Jetzt kommt dazu, dass erkrankte Beschäftigte einvernehmlich gekündigt werden; Unternehmen sparen sich so die Entgeltfortzahlung.
Jahrelang lieferten sich die Unternehmervertretung Wirtschaftskammer und die Arbeiterkammer OÖ einen Schlagabtausch: Mit mehr als 14 Krankenstandstagen pro Arbeitsjahr lagen heimische Bedienstete deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Heuer ist alles anders, verkürzte sich die durchschnittliche krankheitsbedingte Ausfallszeit gleich um zwei Tage.
Hauptsächlich aus Sorge um den Job, weiß Arbeiterkammer-Präsident Johann Kalliauer. Mehr noch: Laut Umfrage würden sogar 42 Prozent der Arbeitnehmer trotz Fieber und Kopfschmerzen am Arbeitsplatz erscheinen.
Dazu hat das ausklingende Krisenjahr 2009 noch eine Überraschung für Arbeiterkammer und die Gebietskrankenkasse parat: Beschäftigten wurde während des Krankenstandes gekündigt. Einvernehmlich, also mit Zustimmung der Dienstnehmer, denen augenzwinkernd versichert wird, nach der Genesung wieder eingestellt zu werden.
Die Motive: Mit der einvernehmlichen Auflösung des Dienstverhältnisses wird der betreffende Mitarbeiter ein Fall für die Gebietskrankenkasse. Statt mehrwöchiger Entgeltfortzahlung durch den bisherigen Dienstgeber gibts das geringere Krankengeld. Ein Sprecher der OÖGKK: Genau für derartige Fälle haben wir InfoMaterial ausgearbeitet!
Carlo Korosa