Österreich

Krankenstands-Welle im Amt

Heute Redaktion
14.09.2021, 17:08

Mit massiven Personalproblemen kämpft das Amt für Soziales, Jugend und Familie des Linzer Magistrats. Wie aus einem Heute vorliegendem Bericht des Kontrollamts hervorgeht, mussten 2008 etwa zwei Dutzend Mitarbeiter mehr als 4300 Überstunden schieben. Krankenstände wegen Burnouts sind die Folge.

Insgesamt 2273 Krankenstandstage zählte der städtische Rechnungshof im abgelaufenen Jahr. Obwohl der Trend im Vergleich zu 2007 rückläufig ist (minus 328), ist der Anteil von 737 Krankenstandstagen für stressbedingte psychische Erkrankungen noch immer hoch, heißt es in dem vertraulichen Dossier. Im Gegenzug explodiert die Zahl der Überstunden: plus 1079 im Jahr 2008!

Wir wollen beim Personal nicht sparen, haben jedoch das Problem, Leute zu bekommen, erklärt Personalstadtrat Klaus Luger (SPÖ). Durch die stressbedingten Dauerkrankenstände würden zwangsweise die Überstunden steigen. Die Situation hätte sich im Sozialamt nach zwei Neuaufnahmen bereits etwas entspannt, jedoch sei das Personalproblem noch nicht zufriedenstellend gelöst. Wir suchen derzeit noch drei neue Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter, fordert Luger Interessierte auf, sich zu bewerben.

Neben Personalmangel kämpft das Amt noch mit einer Kostenexplosion: Im Vergleich zu 2007 mussten im vergangenen Jahr 5,2 Millionen Euro zugeschossen werden. Laut den Prüfern sei der Anstieg durch gesetzliche Änderungen jedoch plausibel erklärbar.

Jürgen Tröbinger

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