Die drohende Kostenexplosion bei Energie bringt nicht nur Franz E. aus Steyr (OÖ) zum Kochen – doch der von ihm befürchtete Preissprung sucht wohl seinesgleichen: "Als ich vor Kurzem meine Unterlagen durchging, sah ich, dass man für meinen Ökostrom-Tarif bald statt 7,99 Cent pro Kilowattstunde heiße 50,29 Cent brennen muss", so der Kunde zu "Heute".
Von 7,99 Cent auf 50,29 Cent: Der Neupreis beträgt 629 Prozent des alten Preises, der Anstieg beträgt somit 529 (!) Prozent.
"An der Stelle hab' ich dann abgebrochen und mir gedacht: 'Bin ich blöd oder die?'", so der 49-Jährige, der anschließend in der Warteschlange seines Anbieters hing, um vom Kundenservice zu erfahren, "dass ich nach Ende meiner Laufzeit wohl auf den höheren Tarif hochgestuft werde."
Das dürfte so nicht ganz stimmen, erklärte die Energie AG auf "Heute"-Nachfrage. "Wir haben für alle Bestandskunden noch eine Preisgarantie bis zum Beginn des neuen Jahres", so Michael Frostel. Doch dann räumte der Sprecher ein, dass auch Bestandskunden in der "Bepreisung ab Jänner angepasst werden". Das wäre der aktuellen Marktsituation geschuldet. "Der Preis steigt allerdings nicht im selben Ausmaß wie für Neukunden", versicherte er.
Den chronisch kranken Kunden Franz E., der 32 Tabletten am Tag nehmen muss und von rund 1.000 Euro AMS-Geld im Monat lebt, beruhigt das kaum: "Viele Leute verlieren gerade ihre Verträge, Versorger sperren zu und dann nutzt man diese Notlage so schamlos aus? Das ist eine Sauerei aller erster Güte", so Franz E.
Im Netz betreibt der Oberösterreicher trotz allen Widrigkeiten erfolgreich einen Kochblog zum Thema "Günstig Kochen". Doch bei den gestiegenen Lebens(mittel)kosten gehen auch dem Hobby-Koch bald die Ideen aus. "Wir bekommen heuer nur ein paar Almosen, zahlen aber schon seit Monaten ordentlich drauf", kritisiert er die Regierung.