Für Erschütterung sorgte ein Prozess am Landesgericht Graz wegen grob fahrlässiger Tötung: Die Eltern einer Siebenjährigen mussten wegen des Todes ihres Kindes verantworten. Das Mädchen hatte im Jahr 2021 eine infektiöse Magen-Darm-Erkrankung, erbrach immer wieder. Trotzdem suchten die Eltern keinen Arzt auf.
Die Siebenjährige erlitt dadurch einen starken Flüssigkeitsverlust, starb schließlich an einem Multiorgan-Versagen. "Hätte der Tod des Mädchens verhindert werden können? Das Gutachten sagt uns eindeutig: Ja!", meinte Richter Andreas Lenz, wie die "Kleine Zeitung" berichtet.
"Hätte man beim Zustand intervenieren müssen? Ja, schon zwei Tage vor dem Tod. Spätestens und zwingend aber drei Stunden, bevor die Eltern den Notarzt alarmiert haben", erklärte Gutachter Reinhold Kerbl, Leiter der Kinder- und Jugendheilkunde am LKH Hochsteiermark in Leoben. Mit einer Infusion hätte der Tod der Siebenjährigen verhindert werden können.
"Wir haben alles getan", meinte die Mutter unter Tränen. Das zehnmalige Erbrechen sei bei ihrer Tochter nichts Außergewöhnliches gewesen – "das war immer so bei ihr, bei jeder normalen Verkühlung". Erst als der Gutachter die Zusammenhänge erklärt, die zum Tod führten, zeigte die Steirerin Einsicht: "Dann haben wir etwas falsch gemacht." Das Urteil: Je zehn Monate bedingte Haft für Mutter und Vater.