Die Kranzniederlegung am Nationalfeiertag in der Krypta am Heldenplatz wird heuer nicht vor dem Denkmal des Toten Soldaten stattfinden. Die Kränze werden stattdessen bei der Gedenktafel für Bundesheer-Soldaten niedergelegt.
Die Kranzniederlegung am Nationalfeiertag in der Krypta am Heldenplatz wird heuer nicht vor dem Denkmal des „Toten Soldaten“ stattfinden. Die Kränze werden stattdessen bei der Gedenktafel für Bundesheer-Soldaten niedergelegt.
Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) argumentierte die „Zäsur in der Gedächtniskultur der Zweiten Republik“ unter anderem mit den jüngsten Erkenntnissen zum Bildhauer Wilhelm Frass. Im Sommer war unter dem Denkmal des „Toten Soldaten“ eine Kapsel mit zwei Schriftstücken gefunden worden, eines davon war ein NS-Huldigungsschreiben von Frass - mehr dazu in.
Darabos hat nun entschieden, dass die Kränze „bewusst nicht mehr bei der Skulptur des Nazi-Sympathisanten Frass niedergelegt“ werden sollen, bestätigte er einen „Standard“-Bericht. Durch die Niederlegung an der Gedenktafel - ebenfalls in der Krypta - durch Darabos und Bundespräsident Heinz Fischer werde der Nationalfeiertag nun „mit dem Andenken an die im Dienst verstorbenen Soldaten unseres Bundesheeres verknüpft“.
Umbau der Gedenkstätte
Für die Umgestaltung der Gedenkstätte gibt es nun einen konkreten Zeitplan. Die Vorbereitungen werden von einem international besetzen Beirat begleitet, im August 2013 ist ein Künstlerwettbewerb geplant, ab dem Frühling 2014 soll dann das Siegerprojekt umgesetzt werden. SS-Kriegsverbrecher Josef Vallaster wurde bereits aus einem der dort aufliegenden Totenbücher gestrichen.
Der gesamte Heldenplatz steht im Mittelpunkt von Umgestaltungs-Diskussionen. Erst am Freitag wurde entschieden, dass das geplante Deserteursdenkmal am Ballhausplatz gebaut werden soll. Die Gedenkstätte für Opfer der NS-Militärjustiz soll noch 2013 fertiggestellt werden.