Am Tag vor dem Start in die Conference-League-Qualifikation – Bosnien-Vertreter Borac Banja Luka gastiert im Zweitrunden-Hinspiel in der Generali Arena – stand Trainer Michael Wimmer Rede und Antwort, sprach über die Favoritenrolle der "Veilchen" gegen den bosnischen Klub, die Probleme, den Gegner zu beobachten und die bisher höchsterfolgreiche Saisonvorbereitung ohne Niederlage. Sport-Vorstand Jürgen Werner erzählte über die violette Kaderplanung und mögliche Notverkäufe. Gleichzeitig wurde mit "Viola Mobile" ein eigener Austria-Wertkartentarif vorgestellt.
Doch all das stand im Schatten eines ganz besonderen Gasts: der deutschen Trainer-Ikone Christoph Daum. Denn der 69-Jährige lauschte zur Überraschung der Medienvertreter der Pressekonferenz. Und wird auch am Donnerstag in der Conference-League-Qualifikation auf der Tribüne sitzen.
Der Daum-Besuch kommt vor allem deshalb überraschend, weil der 69-Jährige zuletzt mit schweren gesundheitlichen Problemen kämpfte, an Lungenkrebs erkrankt ist. Erst Mitte Mai herrschte bereits großes Bangen um den deutschen Kult-Trainer, der sich während einer Reise in die USA in New York plötzlich in ärztliche Behandlung begeben musste, kurzfristig sogar auf der Intensivstation eines Krankenhauses lag. Bereits am Montag muss sich der Deutsche wieder einer Chemotherapie unterziehen.
Daum schaute bei der Austria vorbei, weil Pay-TV-Sender "Sky" eine Dokumentation über den Kult-Trainer dreht. Deshalb besucht der 69-Jährige all seine ehemaligen Wirkungsstätten. So auch die Austria, die er in der Saison 2002/03 zum Meistertitel führte. Daum plauderte auch mit dem jetzigen Austria-Coach Wimmer und schaute im Austria-Museum vorbei.
Die Dokumentation soll am 14. Oktober, Daums 70. Geburtstag, Premiere feiern. Daum wurde 1992 deutscher Meister mit Stuttgart, holte türkische Meisterschaften mit Besiktas Istanbul und zweimal mit Fenerbahce und führte Köln in die deutsche Bundesliga zurück. Nach nicht einmal einem Jahr bei den "Veilchen" verließ der Deutsche die Austria wieder, Joachim Löw wurde dann sein Nachfolger.