Wien

Kreislauf schwach, doch Klima-Rebellin hungert weiter

Seit 16 Tagen hat Martha K. (29) nichts gegessen. Ihren Hungerstreik für das Klima will sie fortsetzen, solange es der Körper zulässt.

Clemens Pilz
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Eine 29-jährige Molekularbiologin hat sich wie berichtet in einen unbefristeten Hungerstreik für das Klima begeben. Obwohl durch den Nahrungsmangel zunehmend geschwächt, will sie ihren Protest fortsetzen, "solange es mein Gesundheitszustand irgendwie erlaubt, meine Verzweiflung ist groß genug", so Martha K. gegenüber "Heute". "Wünschen würde ich mir, dass auf die Forderungen eingegangen wird, insbesonders auf die nach einem Stopp sämtlicher fossiler Großprojekte."

Die Wienerin sitzt seit Beginn ihres Hungerstreiks jeden Tag am Heldenplatz und spricht mit Passanten über die Notwendigkeit von Klimaschutz-Maßnahmen. In den letzten zwei Wochen nahm die Aktivistin schon sechs Kilo ab, sie ernährt sich von einem halben Liter Fruchtsaft täglich und zwei Liter Wasser.

Straffreiheit und Baustopp

Die zentralen Forderung der jungen Frau: Straffreiheit für Menschen, die mit zivilem Ungehorsam für das Klima demonstrieren, den Baustopp fossiler Großprojekte und das Ende des Lobautunnelbaus. "Die Leute bleiben stehen und reden mit mir darüber. Wir machen die Erde unbewohnbar. Was in der Zeitung über Klimazerstörung berichtet wird, ist nur die Spitze des Eisberges. Wenn wir so weitermachen, werden uns kommende Generationen verfluchen", unterstreicht K. die Bedeutung ihres Protests.