Atomwaffen sind aus Sicht des Kreml das "einzige" Bollwerk, das die Welt vor einem globalen Krieg bewahrt. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte am Mittwoch bei einem außenpolitischen Forum in Moskau, das globale Sicherheitssystem erodiere. "Tatsächlich haben wir auf dieser Welt nichts mehr außer der nuklearen Abschreckung. Sie ist das Einzige, was die Welt vor einem globalen Krieg schützt", sagte Peskow.
"Angesichts der technologischen Entwicklung ist bereits klar, dass neue Arten von nicht-nuklearen Waffen entstehen werden, die jedoch letztendlich in ihrer Zerstörungskraft mit Atomwaffen gleichziehen könnten", fuhr der Kreml-Sprecher fort.
Im Februar ist mit New Start der letzte Atomwaffenkontrollvertrag zwischen Russland und den USA ausgelaufen. Damit sind die Beschränkungen für die beiden größten Atommächte der Welt aufgehoben. Bis jetzt gibt es keine Anzeichen für eine Verlängerung oder einen Ersatz.
US-Präsident Donald Trump drängt darauf, dass China in ein neues Abkommen miteinbezogen wird. Das Atomwaffenarsenal Chinas wächst zwar, ist aber noch deutlich kleiner als das der USA oder Russlands. Peking hat die Forderung öffentlich zurückgewiesen. Moskau fordert, dass bei einem Einbezug Chinas auch die Atommächte Großbritannien und Frankreich mit am Tisch sitzen müssten.
Russlands Präsident Wladimir Putin hat während der seit mehr als vier Jahre andauernden Offensive gegen die Ukraine immer wieder auf nukleare Rhetorik gesetzt. Das hat in Europa und den USA zu Vorwürfen des rücksichtslosen Säbelrasselns geführt.