Das russische Verteidigungsministerium hat eine Liste mit 21 Zulieferern für die ukrainische Drohnenproduktion ins Netz gestellt. Moskau bezeichnet deren Länder darin als "strategisches Hinterland der Ukraine" - und macht sie damit faktisch zu möglichen Angriffszielen.
Auf der am Mittwoch veröffentlichten Liste stehen Firmen aus zwölf Ländern, darunter Deutschland, Dänemark, Großbritannien, Israel, Italien, Polen, Tschechien und der Türkei. Aus Deutschland sind drei Unternehmen betroffen: Airlogix und daVinci Avia im Raum München sowie die Firma 3W Professional in Hanau.
Wie heise.de berichtet, stellt 3W seit über 40 Jahren Motoren für den Modellflug her. Bei Airlogix soll es sich um ein ukrainisches Startup handeln, das ein Joint Venture mit der deutschen Drohnen-Software-Firma Auterion eingegangen ist.
Der frühere russische Präsident Dmitri Medwedew, heute Vizechef des nationalen Sicherheitsrats, legte auf der Plattform X noch einen drauf. Er bezeichnete die aufgeführten Unternehmen als "Liste potenzieller Ziele für die russischen Streitkräfte". Wie schnell solche Schläge Realität würden, hänge von der weiteren Entwicklung ab.
Hintergrund für die scharfen Töne aus Moskau sind neue Hilfszusagen an die Ukraine bei einem Treffen der Kontaktgruppe in Berlin. Bundeskanzler Friedrich Merz hatte zuvor mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj eine "strategische Partnerschaft" vereinbart - inklusive militärischer Komponenten.
Tschechien reagierte prompt auf die Drohungen: Außenminister Petr Macinka bestellte den russischen Botschafter in Prag ein. Auch tschechische Rüstungsfirmen stehen auf der Liste - darunter ein Hersteller von Turbinentriebwerken für Drohnen sowie ein Produzent von Kamikaze-Drohnen.
Moskau begründet die Veröffentlichung damit, dass die Länder, die Drohnen für die Ukraine produzieren, in den Krieg mit Russland hineingezogen würden. Die Handlungen der europäischen Staatschefs führten nicht zu mehr Sicherheit - im Gegenteil.