Verwirrung um den Todesschuss im Merkur-Markt in Krems-Lerchenfeld. Die Aussagen der beiden am Tod des 14-Jährigen Florian P. beteiligten Polizisten und des Komplizen Roland T. gehen auseinander. Die Beamten gaben an, von "mehreren vermummten Tätern" angegriffen worden zu sein.
Wie Anwalt Rainer Rienmüller gegenüber ORF Niederösterreich bestätigte, gaben beide Polizisten an, nach dem Eintreffen im Merkur-Markt von mehreren vermummten Täter angegriffen worden zu sein.
Polizisten sprechen von Notwehr
Die Täter sollen Kapuzen getragen und über eine Stich- und Schlagwaffe verfügt haben. Ihre Attacke sei lebensbedrohlich gewesen. Laut Rienmüller seien die Polizisten daher der Überzeugung, in Notwehr gehandelt zu haben. Das widerspricht den Aussagen des 16-jährigen Komplizen. Dieser gab an, dass er und sein Mittäter auf der Flucht von Kugeln getroffen wurden.
Ein weiterer Tatverdächtiger wurde gestern festgenommen. Der 28-jährige Rumäne soll die Jugendlichen mit dem Auto chauffiert haben. Er streitet eine Beteiligung am Einbruch ab, soll aber mit Roland T. bereits andere Einbrüche verübt haben. Laut Polizei könnten noch zwei weitere Personen involviert gewesen sein. Konkrete Hinweise gibt es dazu aber noch nicht.
Tatrekonstruktion könnte Aufschluss über Hergang bringen
Da derzeit Aussage gegen Aussage steht, könnte eine Tatrekonstruktion vonnöten sein. Die Staatsanwaltschaft Korneuburg wird kommende Woche darüber entscheiden.
Der Leichnam des Jugendlichen wird voraussichtlich am Donnerstag am Kremser Friedhof beigesetzt, wie Pfarrer Günter Walter in der Sonntagsmesse mitgeteilt hat. Der Totengottesdienst beginnt um 12:00 Uhr. Um 13:15 Uhr folgt dann das Begräbnis.