Erst im November 2019 hatte ein 52-Jähriger mit leichtem Autoritäts- und schwerem Alkoholproblem das Gefängnis verlassen dürfen, jetzt sitzt er schon wieder hinter Gittern: Im März 2020 war er nach einem Sturz ins Spital eingeliefert worden. Dort soll er die Behandlung verweigert haben, stieß den Sanitäter weg und versetzte ihm einen Schlag gegen die Schläfe. Der Sanitäter erlitt laut Anklage eine Schädelprellung.
Sechs Wochen später rief der 52-Jährige selbst die Polizei. Er hatte sich maßlos über eine SMS aufgeregt, in der er als Drogendealer von Krems bezeichnet worden war, wollte Anzeige wegen Verleumdung erstatten. Die Beamten kamen zum 52-Jährigen und beruhigten den amtsbekannten Kremser: „Kommen Sie morgen nüchtern auf die Inspektion.“ Daraufhin verlor der 52-Jährige laut Anklage die Fassung: „Ah so is des, es O****lecha. Jetzt hoi i ma a Messa und stich Eich o!“ Aber: Es war bloß eine Schere in seiner Nähe, der 52-Jährige griff zu dieser und richtete die Schere gegen die Beamten.
Seinen Zechkumpanen (41), der Zeuge des Vorfalls geworden war, versuchte er dann zu einer Falschaussage zu verleiten: „Sag, dass ich nicht mit der Schere herumgefuchtetl habe.“
Zwei Wochen später wollte er seinen Freund sogar abstechen, hielt ihm ein Messer an, bekam aber einige Faustschläge ins Gesicht und fiel auf die Couch. Nach dem neuerlichen Zwischenfall wanderte der 52-Jährige in Untersuchungshaft.
Beim Prozess in Krems bedauerte der 16-fach vorbestrafte Angeklagte, redete sich auf den Alkohol und vom Arzt verschriebene Tabletten (Benzos) aus. Er gab an, sich an einige Vorfälle nicht mehr erinnern zu können. Der Kremser versprach Besserung und eine Therapie. Die Richterin: „Das haben Sie mir schon die letzten Male erzählt.“ Das rechtkräftige Urteil: 3,5 Jahre gesiebte Luft für den 52-Jährigen.