Kreuzenstein: "Buch könnte zerstört werden"

Nach dem Diebstahl einer wertvollen Mittelalter-Chronik aus der Burgbibliothek Kreuzenstein (Bez. Korneuburg) jagt Interpol die Täter. Die Chancen, das Werk unversehrt wiederzubekommen, stehen aber nicht besonders gut. Ein Experte vermutet, dass die Täter das Buch zerschneiden und die Blätter einzeln verkaufen könnten.

Was die Nürnberger Chronik berühmt und zu eimem der weltweit meistuntersuchten Bücher macht, kann auch das Todesurteil für das Werk sein. 1804 Holzschnitte sind auf den 597 Seiten der deutschen Ausgabe von 1493 abgedruckt. Und das macht den Band für Kriminelle so besonders interessant.

Norbert Donhofer, Vorsitzender des Verbandes der Antiquare Österreichs, befürchtet, dass die Chronik nun zerstört werden könnte: Es ist anzunehmen, dass die Diebe das Buch zerschneiden und dann die Drucke einzeln verkaufen werden. Das wird leider oft gemacht, weil man dann nicht so gut nachweisen kann, woher die Buchseite stammt. Zum Wert des Buches, der mit etwa 70.000 Euro angegeben wird, will sich Donhofer allerdings nicht äußern: Leider weiß man über dieses Exemplar nur sehr wenig, nicht einmal, ob es koloriert ist. Eine vollständige Nürnberger Chronik kann aber sogar das Doppelte wert sein.

Indes läuft die Fahndung von Interpol auf Hochtouren. Kunstexpertin Anita Gach vom Bundeskriminalamt: Fotos des Buches werden auf eine Interpol-DVD gebrannt, die an Händler geht. Auch im Internet werden sie veröffentlicht. Vom Täter, der die Chronik zwischen Februar und Mitte Mai aus der Burgbibliothek gestohlen hat, fehlt aber noch jede Spur.

Oswald Hicker

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