Für mehr als 200 Menschen sollte die 'Odyssey' ein temporäres Zuhause sein. Sie kauften oder mieteten Kabinen, um die Welt vom Meer aus zu entdecken.
Doch das Abenteuer endete Ende Oktober in Kambodscha unerwartet.
Das Kreuzfahrtschiff hat laut Schiffsverfolgungsdienst MarineTraffic den Hafen von Sihanoukville im Südwesten Kambodschas verlassen – ohne Passagiere an Bord.
Wie "l'essentiel" unter Berufung auf BTV berichtet, bestätigte der örtliche Tourismusleiter Taing Sochitkrishna, dass die 'Odyssey' am 4. November ablegte.
Grund für das vorzeitige Ende sind laut Betreiber Villa Vie Residences stark gestiegene Treibstoffkosten. Während früher pro Kabine monatlich rund 1.800 US-Dollar zu zahlen waren, lagen die Kosten in Asien zuletzt bei 6.000 bis 8.000 US-Dollar.
Die Passagiere, die aus etwa einem Dutzend Ländern stammten, mussten ihr schwimmendes Zuhause innerhalb kurzer Zeit räumen.
"Seit Beginn des Konflikts Ende Februar haben wir erhebliche Maßnahmen ergriffen, um den Treibstoffverbrauch zu senken, darunter eine Verlangsamung der Reiseroute und längere Hafenaufenthalte", schreibt der Betreiber in einer Presseaussendung. Diese Maßnahmen hätten jedoch nicht ausgereicht, um den außerordentlichen Anstieg der Treibstoffkosten auszugleichen.
"Die Kostensteigerung vollständig an die Anwohner weiterzugeben, ist keine realistische Lösung. Unser Fokus liegt nun darauf, Anwohner, Besatzung und Mitarbeiter zu unterstützen, während wir in den nächsten 60 Tagen an einer Restrukturierung und Rekapitalisierung arbeiten. Diese Arbeiten laufen noch, und ein Erfolg ist nicht garantiert."
Das Konzept des Unternehmens war, langfristige Kreuzfahrten mit dem Komfort eines festen Zuhauses zu verbinden. Die dreijährige Tour sollte alle sieben Kontinente umfassen und bis Ende 2027 dauern. Einige Reisende hatten laut kambodschanischen Politikern sogar ihre Häuser und Autos verkauft, um an Bord zu leben.
Nun organisieren die ehemaligen Bewohner ihre Weiterreise. Berichten zufolge helfen die Behörden bei der Suche nach Unterkünften und Transportmöglichkeiten.
Laut der kambodschanischen Nachrichtenseite 'ThmeyThmey' befanden sich zu Wochenbeginn noch rund 100 der ursprünglich über 200 Passagiere in der Provinz Preah Sihanouk; andere reisten bereits weiter oder flogen in ihre Heimatländer. Wie es mit der 'Odyssey' weitergeht, ist derzeit offen.