Österreich

Kreuzungsstreit zwischen NÖVOG und den ÖBB

Gemeindebund und NÖVOG greifen die ÖBB an: Grund sind die Kosten für Eisenbahnkreuzungen, die bei den ÖBB um 35 Prozent zu hoch ausfallen würden.
Heute Redaktion
14.09.2021, 00:51

Für den neuen Gemeindebundpräsident Alfred Riedl und Landesrat Karl Wilfing ist es nun höchste Eisenbahn!

1.060 Eisenbahnkreuzungen mit Gemeindestraßen gibt es in Niederösterreich, davon sind 750 ÖBB-Kreuzungen. Laut den VP-Politikern würden die ÖBB für die Sanierungen und technische Aufrüstung von Eisenbahnkreuzungen viel zu hohe Geldsummen verschlingen. "Mindestens 105 Millionen Euro könnten in Niederösterreich eingespart werden", rechnet Karl Wilfing vor.

Vor rund zwei Jahren sei er erstmals in der Kostenfrage an die ÖBB herangetreten, vor einigen Monaten habe er eine genaue Aufschlüsselung erhalten. "Ein konkretes Beispiel: Die technische Aufrüstung einer Lichtzeichenanlage der Eisenbahnkreuzung an der Erlauftalbahn kostete bei den ÖBB 386.000 Euro." Die NÖVOG hätte für die gleiche Kreuzung nur 249.000 Euro aufbringen müssen. Wilfing: "Fakt ist, dass die NÖVOG kostengünstiger unter gleichen Qualitätsstandards bauen kann."

Kostenersparnis von 35 bis 40 Prozent

„Gemeinsam mit den ÖBB wurden für jede Kreuzungsart ‚Standardtypen' und Kosten festgelegt. Die NÖVOG hat diese Standard-Typen nachgerechnet und kommt – nach einer entsprechenden öffentlichen Ausschreibung der Leistungen - jeweils auf eine Ersparnis von 35 bis 40 Prozent. Darüber hinaus sind auf Nebenbahnen unter 80 km/h andere Sicherheitslevels als für Hauptbahnstrecken ausreichend. Besonders wenn ich den Blick auch auf die Kosten richten muss, kaufe ich keinen Rolls Royce, wenn es auch ein Volkswagen sein kann", führt Wilfing aus.

Gemeindebund-Präsident Alfred Riedl fordert nun drei konkrete Maßnahmen, um die Kommunen bei den Kosten zu entlasten: "Eine Parteienstellung für die Gemeinden von Anfang an, eine Kostendeckelung und es braucht Transparenz."

(wes)

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