Kriechmayr beendet ÖSV-Fluch!
Österreichs bester Abfahrer erlöste die heimischen Speed-Spezialisten: Seit dem Saisonfinale 2023 warteten die Abfahrer auf einen Sieg in der Königsdisziplin. Kriechmayr beendete nun mit seinem Sieg in Courchevel die 1094 Tage andauernde Durststrecke – und das womöglich bei einem seiner letzten Weltcup-Rennen überhaupt.
Denn: Die Zukunft des Zugpferdes der österreichischen Speed-Herren ist vor dem Saisonfinale ungewiss. Wie ORF-Moderator Oliver Polzer verriet, sollen sich selbst Freunde und Familie unsicher sein, ob der Skistar nach der Saison tatsächlich die Ski an den Nagel hängt oder weitermacht.
Von Unsicherheit war bei Kriechmayr bei der Abfahrt jedenfalls keine Spur. Der Österreicher überragte vor allem in der Schlüsselpassage mit der besten Linie – an einer Stelle, wo sowohl Marco Odermatt Zeit verlor und auch Franjo von Allmen ausschied. "Es war eine ganz gute Fahrt. Unten habe ich vielleicht ein oder zwei Zehntel verloren. Ich bin einfach ein leidenschaftlicher Skifahrer. Mir taugt es hier voll", zeigte sich der ÖSV-Star im Ziel zurückhaltend.
Kriechmayr verwies die Ski-Superstars Giovanni Franzoni (+0,09) und Marco Odermatt (+0,31) auf die Plätze zwei und drei. Der Schweizer hat somit die kleine Kristallkugel in der Abfahrtswertung somit sicher. Auch, weil seinem Konkurrenten und Teamkollegen Franjo von Allmen im Kampf um die Kugel die Nerven versagten. 175 Punkte hatte der Schweizer Rückstand auf seinen Landsmann, benötigte in Courchevel eine Top-Platzierung, um noch an den Ski-Superstar heranzukommen. Von Allmen nahm volles Risiko, schied allerdings im oberen Streckenteil aus, weil er ein Tor verpasste.
Daniel Hemetsberger (6., +0,95) zeigte eine gute Fahrt, lediglich eine zu verhaltene Spur im steilen Streckenteil verhinderte eine bessere Platzierung. "Ich hab glaub ich eine ganz gute Fahrt gemacht. Eigentlich bin ich zufrieden. Ich hab alles reingehaut und die Knie haben gehalten", resümierte der ÖSV-Star. Lukas Feurstein verzichtete auf einen Start in der Abfahrt, will sich voll auf den morgigen Super-G fokussieren.
Und: Raphael Hasser (+0,74) gelang ein Ausrufezeichen. Er reihte sich mit einer starken Fahrt einen Platz vor seinem Teamkollegen in die Rangliste ein. Nicht mithalten, mit den starken Leistungen konnte lediglich Stefan Babinksy. Sein Rückstand im Ziel betrug 2,15 Sekunden – gleichbedeutend mit Platz. 18.