Russland scheint immer eiskalter und gewalttätiger gegen die ukrainische Zivilbevölkerung vorzugehen. Diese Gewalt habe sich aufgrund der nicht glatt verlaufenden Invasion der Russen in der Ukraine bereits abgezeichnet, so Wolfgang Mueller vom Institut für Osteuropäische Geschichte der Universität Wien in der ORF-"ZiB 2" bei Moderatorin Margit Laufer am späten Sonntagabend. Es sehe danach aus, dass der Krieg aktuell "auf Messers Schneide" stehe, so Mueller.
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Gleichzeitig sehe man eine "beispiellose Kampagne der Kriegshetze" innerhalb Russlands, so der Experte. Auch, dass die Sprache so extrem auf Seiten Russlands, aber auch der Ukraine eskaliere, sei nicht überraschend, so Mueller: Der Vergleich mit Nazideutschland sei einer, der "von Russland zuerst aufgezogen worden" sei, von Wladimir Putin. Er habe "rhetorisch weiter verschärft und eskaliert", behauptete, dass der Westen immer schon Russland habe angreifen wollen, so Mueller.
Pikant seien auch die Szenen abseits der Putin-Reden, so der Experte. So habe ein Sänger bei einer Putin-Rede über Territorialansprüche gesungen, "nicht nur auf die Ukraine, sondern auch auf Moldau und Georgien" sei Anspruch erhoben worden. "Es ist sicherlich ein Zeichen", dass der Kreml versuche, die Bevölkerung Russlands "auf Linie zu bringen" und den Widerstand sowie gegenteilige Meinungen, "soweit noch vorhanden, zu marginalisieren", soe Mueller.
Die russische Propaganda wirke im eigenen Land laut dem Experten sehr stark, der Anteil der Bevölkerung, der den Krieg gutheiße oder sogar noch stärkere Attacken unterstützen würde, nehme zu. Sind da Verhandlungen überhaupt noch sinnvoll? Das sei "von außen sehr schwer zu beurteilen", so Mueller. Bei den russischen Forderungen gebe es durchaus "Annäherungspotential in einzelnen Bereichen". Eine Einigung werde aber "davon abhängen, wie sich das Geschick am Schlachtfeld in den kommenden 14 Tagen entwickelt", so Mueller.