Politik

"Es bricht mir das Herz" – VdB mit emotionaler Rede

"Heute ist ein schwarzer Tag für Europa". Präsident Van der Bellen findet in einer TV-Ansprache klare Worte zur aktuellen Situation in der Ukraine.
Michael Rauhofer-Redl
24.02.2022, 19:21

Am Donnerstagabend wandte sich Bundespräsident Alexander Van der Bellen an die österreichische Bevölkerung. In seiner Rede bezog er Stellung zu den aktuellen Entwicklungen in der Ukraine. "Wir alle verfolgen die Nachrichten, wir alle wissen, wo wir stehen: Die russische Armee hat heute Nacht mit einer umfassenden Militäroperation auf dem Land-, Luft-, See- und digitalen Weg die Ukraine angegriffen", sagte er zu Beginn seines Statements .

Es sei ein schwarzer Tag für Europa und für den Frieden. "Und ein noch viel schwärzerer Tag für die Menschen in der Ukraine." Den Akt Russlands bezeichnet er als "völkerrechtswidrigen" und "kriegerischen Angriff".- Dieser habe Europa und die Welt in eine höchst prekäre Lage gebracht. 

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"Unmenschlicher Angriff auf die Ukraine"

Er stehe seit den Morgenstunden im intensiven Austausch mit der Bundesregierung. "Unsere enge internationale Abstimmung, wie zum Beispiel mit dem deutschen Bundespräsidenten Steinmeier, läuft genauso wie die Gespräche mit unseren Partnern in der Europäischen Union. Und jetzt gleich beginnt eine Sondertagung des Europäischen Rates in Brüssel", so "VdB". "Ich möchte ganz deutlich sagen: 'Wir verurteilen diesen gewaltsamen und unmenschlichen Angriff auf die Ukraine auf das Schärfste."

Zur Rolle der EU sagte das Staatsoberhaupt, dass die Europäische Union geschlossen an der Seite der Ukraine stehe. "Wir werden Gewalt nicht mit Gewalt beantworten, aber wir werden gemeinsam entschlossene Maßnahmen treffen, um klarzustellen, dass wir diese Aggression nicht tolerieren. Dass wir das so nicht hinnehmen", betonte Van der Bellen die Einigkeit der europäischen Gemeinschaft. 

"Es bricht mir das Herz"

"Es bricht mir das Herz, wenn ich an all die unschuldigen, unbeteiligten Menschen in der Ukraine denke. An die Kinder, die Mütter, die Väter, an alle, die einfach nur in Frieden leben wollen und die es jetzt am härtesten trifft", so das Staatsoberhaupt. 

Das Wesentliche sei nun, all jenen, die in Not geraten seien, zu helfen. "In unserer humanitären Tradition. Und alles zu tun, um wieder zu einem friedlichen Zusammenleben zu kommen", erklärte Van der Bellen. Das gemeinsame Ziel sei Frieden. Das sehe auch die russische Bevölkerung so, dessen sei er sich sicher. 

Auch zum Thema Neutralität fand der Politiker klare Worte. "Unsere Neutralität bedeutet, ja sie verpflichtet uns geradezu, aktiv Partei zu ergreifen: Aktiv für den Frieden Partei zu ergreifen. Aktiv das Unsrige dazu beizutragen, damit Schritte in Richtung Frieden wieder möglich werden. Wir sind militärisch neutral, aber nicht wertneutral."

Am Ende seiner Rede sprach Van der Bellen den Satz " Wir alle wollen in Frieden zusammenleben!" auch auf Russisch und Ukrainisch.

Die Rede des Bundespräsidenten in voller Länge