Der Zug, der am Donnerstagmorgen in der polnischen Hauptstadt ankommt, ist gefüllt mit weinenden und verunsicherten Menschen, darunter viele Familien mit ihren Kindern. Tickets für den Zug, der am Mittwochabend um etwa 18 Uhr in Kiew abfuhr, gab es schon seit Tagen keine mehr.
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Viele der Ukrainer, die in Warschau leben, haben beschlossen, ihre in der Heimat vom Krieg bedrohten Familien in Sicherheit zu bringen. Eine Frau holt ihren Sohn vom Bahnsteig ab – er ist der Einzige der Familie, der die Flucht ins Nachbarland angetreten hat. "Mein älterer Sohn will zur Armee gehen, meine Mutter wollte auch nicht mitkommen", sagt eine verzweifelte Ukrainerin gegenüber der Zeitung "Wyborcza".
Ein Ehepaar mit einem dreijährigen Sohn ist auf der Suche nach einer polnischen Telefonkarte, um Freunde im Land kontaktieren zu können. Eigentlich hätten sie schon früher nach Polen fahren wollen – "die Karten haben wir aber erst vor drei Tagen gekauft, als wir sicher waren, dass der Krieg beginnen wird". Die Familie will sich um ein Visum bemühen, sobald sie einigermaßen in Sicherheit sei.
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Auch in der ukrainischen Hauptstadt ist die Angst greifbar. Kilometerlange Autokolonnen wälzen sich seit dem Donnerstagmorgen aus der Stadt. In der Stadt selbst herrscht laut Zeugen eine "gespenstische Stille". Die ukrainische Regierung forderte die Bevölkerung zwar dazu auf, zu Hause zu bleiben. Trotzdem wollen sich viele Leute so schnell wie möglich in Sicherheit bringen.
"Uns bedrohen hier Krieg und Horror. Was könnte schon schlimmer sein?", so eine Anwohnerin gegenüber "Metro»". Die Stadt wurde im Laufe des Morgens immer wieder von Artilleriefeuer getroffen. Auf Twitter kursieren Bilder, auf denen Rauch über dem ukrainischen Außenministerium aufsteigt. Angesichts des russischen Einmarschs in die Ukraine hat die deutsche Innenministerin Nancy Faeser (SPD) die Vorbereitungen für eine Reaktion auf mögliche Flüchtlingsbewegungen und Cyberangriffe verstärkt.
"Wir werden die betroffenen Staaten – vor allem unser Nachbarland Polen – massiv unterstützen, sollte es zu großen Fluchtbewegungen kommen", erklärte Faeser am Donnerstag nach Beratungen mit den Landesinnenministern. Die Sicherheitsbehörden hätten zudem "die Schutzmaßnahmen zur Abwehr etwaiger Cyberattacken hochgefahren".