Der Krieg in der Ukraine fordert auch über die Feiertage mehrere Opfer. Der griechisch-katholische Weihbischof Wolodymyr Hruza aus Lemberg verliert dennoch nicht seine Hoffnung und erklärt, wann es an der Zeit ist, Wladimir Putin für seinen Krieg zu vergeben.
"Voller Zuversicht. Die Ukraine durchlebt ihre Karwoche. Doch unser österlicher Glaube verheißt uns, dass Jesus hier in diesem Land auferstehen wird. Bis dahin dürfen wir uns nicht an den Krieg gewöhnen", sagt der Bischof im Gespräch mit der "Kleinen Zeitung".
Den Glauben an Gott habe er in der schwierigen Zeit jedenfalls nicht verloren, meinte Hruza. Er spüre vor allem in den Krankenhäusern mit den vielen Verletzten, in den sozialen Einrichtungen und in vielen Pfarrgemeinden noch immer die Nähe Gottes, obwohl täglich neue Bomben auf sein Heimatland fallen. Ab und an scheint der Geistliche jedoch ob der Gräueltaten ratlos. "Ich frage Gott auch, warum er das alles zulässt. Gott will keinen Krieg. Er will nicht, dass Menschen umgebracht werden. Aber er lässt es zu, und wir versuchen, zu begreifen, was er damit will".
Die Lage in seiner Heimat sei derzeit ruhig, meint Hruza, der sagt, dass er seit zwei Tagen keine Luftschutzsirenen mehr gehört habe und dies als "große Gnade" empfinden würde. Mittlerweile würde auch der Frühlingin der Ukraine Einzug halten, die strahlende Sonne neben den kriegerischen Einschlägen bezeichnet Hruza als ständiges "auf und ab".
Angesprochen darauf, wann er Wladimir Putin, der für den Krieg verantwortlich ist, vergeben wird, sagt der Geistliche: "Vergebung muss immer Platz haben. Aber um jemandem vergeben zu können, sollte dieser seine Taten bereuen. Tut er das nicht, dann kann die Vergebung nicht wirken. Man kann nicht einseitig jemandem vergeben, der nichts davon hören will".