Krim-Krise: Rubel stürzt auf Rekordtief ab

Bild: ITAR-TASS

Das überfallsartige Vorgehen von Russlands Präsident Wladimir Putin auf der ukrainischen Halbinsel Krim lässt jetzt die russische Wirtschaft bangen: Der Rubel stürzte am Montag auf ein Allzeittief gegenüber Euro und Dollar, auch Europas Börsen sind auf Talfahrt, Gold-, Öl- und Weizenpreise steigen und in Moskau setzte aus Angst vor einem Krieg ein Ansturm auf Wechselstuben ein.

lässt jetzt die russische Wirtschaft bangen: Der Rubel stürzte am Montag auf ein Allzeittief gegenüber Euro und Dollar, auch Europas Börsen sind auf Talfahrt, Gold-, Öl- und Weizenpreise steigen und in Moskau setzte aus Angst vor einem Krieg ein Ansturm auf Wechselstuben ein.

Der Rubel ist Montagfrüh auf ein historisches Tief gegenüber Euro und Dollar abgestürzt - ein Euro kostete erstmals mehr als 50 Rubel. Die russische Zentralbank reagierte sofort und hob den Leitzins von 5,5 auf 7,0 Prozent an, um Risiken für die Inflation und die Finanzstabilität vorzubeugen. Der Kurs des Rubel tendierte trotzdem um zwei Prozent zum Dollar und ein Prozent zum Euro niedriger. In der Spitze legten Dollar und Euro um jeweils mehr als drei Prozent zu und waren mit 37 und 51,20 Rubel so teuer wie noch nie.
Europas Börsen auf Talfahrt

Die europäischen Börsen reagierten am Montag mit Sorge: In Frankfurt am Main fiel der Leitindex DAX in der Früh um 2,37 Prozent auf 9.462 Punkte. An der Pariser Börse verlor der Leitindex CAC 40 im Vergleich zum Börsenschluss am Freitag 1,58 Prozent, an der Londoner Börse gab der Leitindex FTSE 100 um 1,44 Prozent nach.
Ansturm auf Wechselstuben

Private Betreiber von Wechselstuben berichteten von einem Ansturm auf Dollar, nachdem Russlands Präsident Wladimir Putin am Wochenende freie Hand für einer militärische Intervention auf der ukrainischen Halbinsel Krim gab.

Gold-, Öl- und Weizenpreise steigen

Einige Investoren verwandelten jetzt hektisch ihr Geld in Gold. Der Goldpreis stieg um bis zu 1,8 Prozent auf 1.350 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Silber verteuerte sich sogar um bis zu 2,4 Prozent. Die Krim-Krise trieb auch den Ölpreis in die Höhe. Die richtungweisende Sorte Brent aus der Nordsee kostete mit 111,41 Dollar je Barrel (159 Liter) so viel wie noch nie in diesem Jahr. Wegen Spekulationen auf einen Angebotsengpass schossen die Preise für Weizen (die Uukraine ist ein wichtiger Getreidelieferant) um 4,6 Prozent in die Höhe. Sie waren mit 6,265 Dollar je Scheffel so teuer wie zuletzt Mitte Dezember.

Aktienmärkte mit „Ausverkauf“

Aus Sorge vor einem Krieg zogen sich Anleger auch aus russischen Aktien zurück. „Es gibt derzeit einen Ausverkauf auf alles“, sagte Händler Artem Argetkin vom Brokerhaus BCS. Der Moskauer Index MICEX fiel um bis zu 11,3 Prozent auf ein Achtmonatstief. Der RTS, in dem in Dollar notierte Aktienwerte zusammengefasst sind, brach um rund 13 % ein - der größte Tagesverlust seit der Krise nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers im Herbst 2008. Damit lag der RTS am Montag auf dem niedrigsten Stand seit September 2009. Die Papiere des Gasförderers Gasprom brachen um bis zu 17 %auf ein Siebeneinhalbmonatstief ein. Die Papiere der Sberbank fielen ebenfalls um rund 12 % und waren mit 80 Rubel so billig wie zuletzt im Juni 2012.

Boykott droht

Die und Visabeschränkungen, das Einfrieren von russischen Konten und Handels- und Investitionsbeschränkungen. Außerdem denkt die USA über einen Rauswurf aus der Gruppe der acht wichtigsten Industriestaaten (G-8) nach.

 

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