Krimi: Polizei fasst Mann mit 50.000 € bei U6-Station

Erfolg für LKA Wien: Suchtmittel-Drehscheibe in Wien gesprengt. Ein teil des sichergestellten Bargelds.
Erfolg für LKA Wien: Suchtmittel-Drehscheibe in Wien gesprengt. Ein teil des sichergestellten Bargelds.LPD Wien
Luxuswohnungen, Bargeld ohne Ende, Waffen und jede Menge Drogen: Das Landeskriminalamt sprengte eine Suchtmittel-Drehscheibe in Wien.

Die Ermittler rund um Oberst Georg Rabensteiner berichten von "schwierigen und komplexen Erhebungen, da die Organisation besonders konspirativ agierte". Worum geht es? Dem Landeskriminalamt Wien ist ein großer Schlag gegen die Suchtgiftszene gelungen. Eine auf nordafrikanische Tätergruppen spezialisierte Ermittlungseinheit konzentrierte sich nach mehreren Hinweisen auf eine kriminell organisierte Gruppierung, die im großen Stil Marihuana an Zwischenhändler verkaufte.

Diese Abnehmer verteilten laut Polizei das Suchtgift wiederum an Straßenverkäufer. Es wurden im Zuge komplexer Ermittlungshandlungen bislang 40 Mitglieder der kriminellen Organisation zugeordnet und festgenommen. Kurios: Ein führendes Mitglied der Organisation wurde im Bereich der U-Bahn-Station Nußdorfer Straße angehalten, er führte knapp 50.000 Euro an Bargeld mit.

"Köpfe" lebten in Luxuswohnungen

Nach und nach konnte die Polizei auch die Hierarchie der Organisation nachzeichnen: Ein Algerier (35) und seine polnische Freundin (36) gelten als "Köpfe" der Bande, organisierten Lieferungen, Unterkünfte, Rekrutierung und Verteilung des Suchtgiftes. Sie lebten in einer Luxuswohnung und hatten "erhebliche Geldmittel" zur Verfügung. 13 weitere Haupttäter der Führungsebene, hierbei handelte es sich um Bunkerhalter und Großverteiler. Die Personen sind im Alter zwischen 25 und 49 Jahren und stammen aus Algerien, Polen, Marokko und Syrien.

111 Kilo Marihuana wurden sichergestellt, rund 500 Kilo sollen verkauft worden sein.
111 Kilo Marihuana wurden sichergestellt, rund 500 Kilo sollen verkauft worden sein.LPD Wien

Weiter ging es mit 12 Verteilern der mittleren Ebene im Alter zwischen 19 und 54 Jahre aus Algerien, Marokko, Libyen und Bulgarien sowie 13 Verteiler der unteren Ebene im Alter zwischen 21 und 49 Jahren aus Algerien, Marokko, Libyen, Ägypten und dem Irak. Über sämtliche führende Mitglieder der Organisation wurde die Untersuchungshaft verhängt. Bei allen Festgenommenen handelt es sich, abgesehen von der polnischen Haupttäterin, um Asylwerber oder -berechtigte oder illegal im Bundesgebiet Aufhältige mit teilweise falschen Identitäten und gefälschten Dokumenten sowie einschlägigen Vormerkungen.

Halbe Tonne Marihuana verkauft

Bei diversen Amtshandlungen wurden insgesamt 111 Kilo Marihuana im siebenstelligen Straßenverkaufswert, zwei Pistolen und 70.000 Euro an Bargeld sichergestellt. Die Vernehmungen der teilgeständigen Festgenommenen beschreiben den Verkauf von zumindest 500 Kilogramm Marihuana im Bereich Wien, Niederösterreich und Graz seit Anfang 2018. Das Marihuana stammte teilweise aus Albanien, aber auch zu einem erheblichen Teil aus Österreich selbst. "Die Ermittlungen in diesem Fall sind noch nicht abgeschlossen", so die Polizei.

Als Zwischenbunker für das Suchtgift wurden immer wieder diverse Autos verwendet. Einer dieser Bunker-Pkw der Dealer-Organisation wurde von drei nichtsahnenden, amtsbekannten Jugendlichen aus Floridsdorf für eine Spritztour entfremdet. Sie wurden in Folge angehalten und festgenommen, das Fahrzeug sichergestellt. Ein anderer Bunker-Pkw wurde aufgrund Falschparkens abgeschleppt. Beide Fahrzeuge konnten bislang nicht ausgefolgt werden, da weder Zulassungsbesitzer noch -adresse in der Slowakei existieren.

Im Zuge der Bearbeitung der Festgenommenen stellte sich heraus, dass weitere acht Mitglieder der Organisation, die als höchst gewalttätig und bewaffnet galten, bereits im März 2018 festgenommen worden waren.

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