Niederösterreich

Kriminalität in NÖ sank durch Corona, mehr Aufklärungen

Eine der wenigen erfreulichen Bilanzen zum vergangenen Jahr: Die Kriminalität in Niederösterreich ging insgesamt deutlich zurück. 
18.03.2021, 17:33

Die Zahl der angezeigten gerichtlich strafbaren Handlungen sank in Niederösterreich im Vergleich zum Vorjahr deutlich. Die Eigentumsdelikte und Gewaltverbrechen waren 2020 rückläufig, die Zahl der Anzeigen wegen Straftaten im Internet ist hingegen so wie im Vorjahr weiter gestiegen. Somit bleibt die Internetkriminalität weiterhin eine große kriminalpolizeiliche Herausforderung.

Höhere Aufklärungsrate

2020 bearbeitete die Polizei in Niederösterreich insgesamt 61.364 Anzeigen. Das bedeutet im Vergleich zum Jahr 2019 ein Minus von 7.632 in absoluten Anzeigezahlen. Die Aufklärungsquote stieg um 2,7 Prozentpunkte und liegt bei 55,5 Prozent. Insgesamt wurden 41.118 Tatverdächtige ausgeforscht, im Vergleich zu 2019 (44.048) ist das zwar ein Minus von 6,7 Prozent, resultiert jedoch auf die geringere Anzahl der Straftaten im Jahr 2020.

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„Auf diese Steigerung der Aufklärungsquote um 2,7 Prozentpunkte können wir sehr stolz sein. 55,5 Prozent aller angezeigten Delikte in Niederösterreich konnten geklärt werden. Dieses Ergebnis entspricht im zehnjährigen Langzeitvergleich dem Höchstwert. Es ist der Ertrag engagierter und akribischer Polizeiarbeit und der Verdienst unserer Polizistinnen und Polizisten“, so der Leiter des Landeskriminalamtes Niederösterreich, Omar Haijawi-Pirchner.

Rumänen führen Statistik an

13.697 Tatverdächtige waren keine österreichischen Staatsbürger. Der Anteil der Fremden an den Tatverdächtigen lag somit bei 33,3 Prozent (2019 waren es 33,2 Prozent). Zu den häufigsten Herkunftsländern der Tatverdächtigen zählten Rumänien (2.205), Serbien (1.196), Ungarn (1.132), Deutschland (954) und Türkei (863).

Insgesamt wurden 9.997 Menschen Opfer von angezeigten Gewalttaten, in 3.432 Fällen (34,3 Prozent) gab es keine Beziehung zwischen Täter und Opfer, in 6.565 Fällen (65,7 Prozent) gab es ein Bekanntschafts-/Verwandtschaftsverhältnis. 2020 wurden neun vollendete Morddelikte statistisch erfasst. Tatsächlich ereigneten sich in Niederösterreich im Jahr 2020 sechs Mordfälle, wobei drei Männer und drei Frauen getötet wurden. Die Differenz (von sechs auf neun Fälle) ergibt sich durch die statistische Erfassung von drei Mordfällen vom Jahr 2019 in der Polizeilichen Kriminalstatistik 2020.

Weniger Raub, mehr Vergewaltigungen

Die Zahl der Eigentumsdelikte ging zurück. Es wurden 2020 in Niederösterreich 17.420 Anzeigen wegen Eigentumsdelikten erstattet, um 5.253 Fälle weniger als im Jahr davor. Eine Senkung der Fallzahlen ist auch im Bereich der Raubkriminalität zu verzeichnen. Waren es im Jahr 2019 164 Fälle wurden im Jahr 2020 138 Delikte statistisch erfasst.

Leicht gestiegen ist hingegen die Anzahl an angezeigten Vergewaltigungen. Belief sich die Zahl im Jahr 2019 auf 143, so stieg sie bei dieser Deliktsform auf 145 Fälle.

Polizei über Bilanz erfreut

„Neben den situationsbedingten Anpassungen der Strategien trugen vor allem die Polizistinnen und Polizisten, die tagtäglich in Niederösterreich ihren Dienst versehen, einen wesentlichen Teil zu diesem Ergebnis 2020 bei“, so der Landespolizeidirektor für Niederösterreich, Franz Popp.

„Ich möchte mich ganz herzlich bei den Polizistinnen und Polizisten dafür bedanken. Aber es handelt sich nicht um einen Einzelerfolg der Polizei. Mein Dank gilt darüber hinaus den Medien, dem Land Niederösterreich und der niederösterreichischen Bevölkerung, denn ohne das Zusammenwirken und die Beiträge aller Player, wäre diese positive Trendentwicklung nicht möglich gewesen.“