Kritik an Donauinselfest, Stadtfest und Wienwoche

Der Rechnungshof übt heftige Kritik an den Groß-Events, die jeweils SPÖ, ÖVP und Grünen nahe stehen.

Der Rechnungshof hat zwischen Februar und Mai die drei Großveranstaltungen überprüft. Die Hauptkritikpunkte waren: Dem Gemeinderat wurden Anträge vorgelegt, in denen die Förderungswürdigkeit nicht begründet wurde. Außerdem waren Belege mangelhaft.

Förderungen

Die Stadt Wien förderte diese Veranstaltungen großzügig: Der Verein "Wiener Kulturservice" erhielt pro Jahr 1,81 Mio. EUR. Er organisierte neben dem Donauinselfest auch weitere Veranstaltungen, wie das 1. Mai–Fest im Prater. Der "Verein zur Förderung der Stadtbenutzung" erhielt jährlich 453.000 EUR für das Kulturfestival Wienwoche und der Verein "Wiener Stadtfeste" (mit Ausnahme des Jahres 2016) 406.000 EUR für das Wiener Stadtfest.

Belege

Die Prüfung des Rechnungshofs ergab auch, dass es 2014 bis 2017 keine Kontrolle der Belege durch die zuständige MA 7 (Kultur) gab. Die Prüfung der Belege durch den Rechnungshof ergab, dass die Vereine zwar Aufzeichnungen führten, diese aber nicht ausreichten, den Förderzweck nachweisen zu können.

Life Ball

Auch für die Förderung von Life Ball, Filmfestival, Weihnachtstraum und Silvesterpfad muss die Stadt herbe Kritik einstecken. Der Life Ball wurde durch die MA 5 (Finanzen) 2014, 2015 und 2017 mit jeweils 800.000 gefördert, ohne dass die MA 5 eine Förderrichtlinie hatte.



Film Festival

Für die Durchführung der drei Events gründete die Stadt 1999 die "Stadt Wien Marketing GmbH". Diese führt im Sommer das Filmfestival am Rathausplatz durch. Dafür gab es allein 2017 890.000 Euro von der Stadt. Die Marketing-Firma beauftragte einen Gastro-Partner, um 26 Stände am Rathausplatz zu betreuen. Dafür erhielt er 240.000 Euro. Trotz 900.000 Besuchern erwirtschaftete die "Stadt Wien Marketing GmbH" keinerlei Gewinne. Der Rechnungshof kritisiert, dass der Vertrag keine "Anreize für ein stärkeres Kostenbewusstsein noch für einen Veranstaltungsertrag, der laut Vertrag anteilsmäßig der Stadt Wien Marketing GmbH zustehen würde" enthielt. Die Stadt ließ sich das Filmfestival 2017 890.000 Euro kosten, was 66% der Gesamtkosten entspricht.

Silvesterpfad

Auch beim Silvesterpfad trug die Stadt Wien durch ein Pauschalentgelt – knapp 980.000 EUR im Jahr 2016 – und durch Sponsoring den Löwenanteil der Kosten; im Jahr 2016 betrug er knapp 82 %

Weihnachtstraum

Der Weihnachtstraum beim Rathaus wird durch die "Wirtschaftsagentur Wien" - ein Tochterunternehmen der Stadt - durchgeführt. Erstmals wurde er 2016 durch die "Stadt Wien Marketing GmbH" organisiert. Die Marketing-Firma finanzierte den Weihnachtstraum fast zur Gänze durch Abgeltungen der Wirtschaftsagentur Wien – 710.000 EUR im Jahr 2016 – und der Stadt Wien – 431.800 EUR im Jahr 2017.

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