Richtig gefährlich fuhr es sich bisher auf der Mattersburger Schnellstraße, der S4 – die wichtige Route zwischen Wiener Neustadt und der burgenländischen Stadt Mattersburg und vielbefahrene Pendler-Straße. Zahlreiche Tote mussten schon beweint werden, alleine im Jahr 2023 passierten auf dem gefährlichen Streckenabschnitt mehrere tödliche Unfälle.
Ende April 2023 waren etwa eine Mutter und ihre Tochter am Weg in die Schule, als ein entgegenkommender Lkw plötzlich in den Gegenverkehr krachte. Beide Frauen starben beim Crash, der Lkw-Lenker musste sich deshalb vor zwei Wochen vor Gericht verantworten. Alles dazu hier:
Nur wenige Monate später krachte es bei Bad Sauerbrunn im Burgenland. Der Unfall forderte ebenfalls zwei Tote, dazu noch vier Schwerverletzte. "Heute" berichtete hier:
Nach langen politischen Diskussionen um eine Entschärfung der S4, erfolgte Anfang November schließlich der Baubeginn der langwierig beschlossenen Sicherheitsmaßnahmen, darunter eine Mittel-Trennung, die Frontalkollisionen künftig verhindern soll. Alles dazu hier:
Ebenfalls im Plan von Ministerin Leonore Gewessler (Grüne) enthalten: Eine Section Control, die die Geschwindigkeit der Pendler überwachen soll.
Kritik kommt deshalb von der FPÖ Niederösterreich. Lange Zeit hatte Landesvize Udo Landbauer zu Maßnahmen auf der Todes-Strecke gedrängt, mit einer Section Control sei man aber nicht einverstanden.
Immer wieder kommt es auf der S4 zu schweren Unfällen. Ein Überblick:
„Eine Section Control hat hier nichts verloren.“Udo LandbauerLandeshauptfrau-Stellvertreter (FPÖ)
"Mit der 2+1 Verkehrslösung, der Mitteltrennung und der Beibehaltung von Tempo 100 schaffen wir die temporär beste Lösung für Pendler und den Schwerverkehr. In erster Linie geht es auf dieser Strecke darum, Frontalzusammenstöße präventiv zu verhindern und gleichzeitig die Flüssigkeit des Verkehrs zu gewährleisten. Da hat eine Section Control, bei der es wieder nur um die Abzocke der Autofahrer geht, nichts verloren", so Landbauer.
Gewessler solle die Autofahrer nicht als Melkkühe der Nation betrachten, sondern als Leistungsträger, die mit dem Auto in die Arbeit pendeln, Einkäufe erledigen und ohnehin viel zu hohe Steuern auf Treibstoff bezahlen, so die FPNÖ in einer Aussendung. "Als politische Verantwortungsträger ist es unsere Aufgabe, das Leben der Menschen zu erleichtern und im Verkehrsbereich für sichere und gut ausgebaute Straßen zu sorgen, anstatt die Leute zu strafen", erklärt Landbauer.